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Rendsburg-Eckernförde : Wohnungsmarkt zeigt wenig Dynamik

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Mietpreisbremse ist für den Mieterbund „kein Dogma“.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Die demografische Entwicklung im Kreis spielt dem Wohnungsmarkt in die Hände. Es werden mehr Wohnungen fertig gestellt als Haushalte hinzukommen. Rendsburg-Eckernförde gehört zu den Kreisen mit den geringsten Zuwachsraten in beiden Bereichen und entwickelt sich demnach entgegen dem Landestrend. Die Nettoabnahme der Wohnungsnachfrage führt einem Bericht des Innenministeriums zufolge zu einer Entspannungstendenz auf dem Wohnungsmarkt. Das Gutachten war der Entscheidung über die Einführung einer Mietpreisbremse zugrunde gelegt worden. Die Ergebnisse für den Kreis bestätigen dabei die Ansicht der Vermieter: Eine Deckelung der Mieterhöhung bei Bewohnerwechsel sei wegen der entspannten Marktsituation unsinnig und führe eher dazu, dass weniger investiert werde.

Der Bericht des Instituts für Stadtforschung und Strukturpolitik aus Berlin und des Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung aus Hamburg aus dem vergangenen Jahr bezieht sich auf den Zeitraum 2009 bis 2011. In dieser Zeit ist die Zahl der Wohnungen im Kreis Rendsburg-Eckernförde um 0,7 Prozent gestiegen, während die Forscher lediglich einen Zuwachs der privaten Haushalte um 0,2 Prozent verzeichneten. Der Landestrend ist umgekehrt und liegt höher: Einem einprozentigen Wohnungswachstum steht eine Erhöhung der Haushalte um 1,2 Prozent gegenüber. Im Vergleich zu anderen Kreisen liegt Rendsburg-Eckernförde beim Zuwachs der Haushalte weit hinten. Nur in Plön fiel die Entwicklung der Zahl der Haushalte mit einem leichten Minus geringer aus. Die prozentuale Zunahme an Wohnungen fiel jedoch gleich hoch aus. Unter den kreisfreien Städten und den meisten Kreisen des Hamburger Umlands spannte sich der Markt durch die Nettozunahme der Wohnungsnachfrage hingegen an. In den übrigen Kreisen entspannte sich die Lage, weil mehr Wohnungen gebaut wurden. In Schleswig-Flensburg zum Beispiel steht einer Wohnungszunahme von 1,1 Prozent einem Haushaltswachstum von 0,7 Prozent gegenüber.

Angesichts der weitgehend entspannten Lage sieht der Vorsitzende des Kieler Mietervereins in der Forderung des Deutschen Mieterbunds nach einer flächendeckenden Mietpreisbremse „kein Dogma“. Jochen Kiersch sagte zur Landeszeitung: „In Gebieten mit entspannten Märkten bewirkt sie nichts. Eine flächendeckende Einführung wäre aber leichter zu handhaben. Stattdessen muss der Innenminister nun alle Kommunen, die Interesse haben, einzeln einsammeln.“ Er sehe kein Mietenproblem im Kreis. Nur in Eckernförde sei die Situation etwas angespannter.

Das zeigt auch der Spiegel der Angebotsmieten: Während im weitgehend größten Teil des Kreises inklusive der Stadt Rendsburg die durchschnittlichen Mieten zwischen fünf und 5,50 Euro pro Quadratmeter liegen, erreichen sie in Eckernförde und vor den Toren Kiels sieben Euro und mehr. Auch die Mieten im Umland Eckernfördes erreichen bis zu sechs Euro.

Angesichts der Marktdynamik scheinen höhere Mieten am Markt nicht durchsetzbar zu sein: Der Wohnungsmarkt im Kreis ist sehr statisch. Der Bericht der Stadtforscher stellt fest, dass die Neuvertragsmieten in weiten Teilen des Kreises sogar unter den Bestandsmieten liegen – so unbeweglich ist die Situation außer in Teilen Segebergs nirgendwo. Nur die Städte Rendsburg und Eckernförde bilden eine Ausnahme, dort liegt der prozentuale Abstand zwischen Neu- und Bestandsmieten bis zu 15 bzw. bis zu zehn Prozent. Im Landesschnitt sind es zwölf Prozent.

 

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