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Rendsburg : Wohnraum wird dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Miet- und Immobilienpreise in Rendsburg steigen moderat – doch der Stadt fehlt das Wachstumspotenzial.

Dem Wohnungsmarkt in Rendsburg fehlt der Schwung – und das, obwohl Bauland und Wohnraum dringend gesucht werden. Zwar gibt es Interessenten für Immobilien, doch das Angebot ist überschaubar. Das bestätigt Makler Axel Lippelt, Inhaber und Geschäftsführer der Kanal-Immobilien GmbH: „Gerne hätte ich mehr Objekte im Angebot. Aber aktuell sind die Zinsen so weit unten – und wer eine Immobilie hat, der gibt sie derzeit nur im Notfall auf den Markt.“ Auch bei den Mietwohnungen läuft es in Rendsburg nicht wirklich rund. Einen Mietspiegel für Rendsburg gibt es zwar nicht, dennoch – so schätzen Lippelt und einige Kollegen – seien die Mietpreise in den letzten Jahren leicht gestiegen.

„Wir haben hier zwar keine Kieler Preise“, sagt Lippelt, aber bei Wohnungen mit guter Lage und Ausstattung könne der Quadratmeter Wohnfläche schon zwischen 5,50 und 6,00 Euro liegen. Von rund acht bis zehn Prozent Steigerung bei den Mietpreisen in Rendsburg in den letzten zwei Jahren spricht Lippelt. Im Durchschnitt koste der Rendsburger Quadratmeter Wohnfläche in etwa 5,00 bis 5,30 Euro.

Problematisch sei es vor allem, Objekte im Stadtteil Mastbrook zu vermitteln. Der Leerstand und das soziale Umfeld machten die Arbeit dort schwierig. Das sieht auch Gerhard Pahlke, Gebietsleiter der LBS Immobilien GmbH, so. Die LBS selbst halte sich zwar aus dem Mietmarkt raus und befasse sich nur mit dem Verkauf und der Finanzierung, doch nach rund 37 Jahren im Immobilienmarkt weiß er, wovon er spricht. „Von explodierenden Immobilienpreisen kann hier in der Provinz keine Rede sein. Das trifft vielleicht auf die Hamburger Randgebiete oder Kiel und Lübeck zu“, so Pahlke. In Rendsburg halten sich die Preise mittlerweile – allerdings auf einem eher niedrigen Niveau. „Selbst leichte Steigerungsraten können nicht das auffangen, was die Erdrutsche vor einigen Jahren angerichtet haben.“ Für das Rendsburger Randgebiet zeichnet Pahlke ein düsteres Bild: „Dort wird es in absehbarer Zukunft unverkäufliche Häuser geben. Entweder fehlen ob der Völkerwanderung in die Städte die Käufer. Oder aber die Preise sind so niedrig, dass ältere Leute, die gerne in ein Altersheim möchten, sich das durch einen Verkauf nicht finanzieren können.“ Im Stadtgebiet bestehe zudem ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. „Bei uns kommen viele Leute rein, die gerne mieten wollen, sich vernünftige Wohnungen aber nicht leisten können“, so Lippelt.

Es gebe durchaus junge Familien, die bauen und in Rendsburg bleiben wollen, dort aber keinen geeigneten Wohnraum oder geeignete Baugrundstücke finden und daher zum Beispiel nach Westerrönfeld oder Schacht-Audorf ausweichen. Ein Dorn im Auge des Immobilienmarktes ist auch das Gelände der ehemaligen Eiderkaserne. LBS-Gebietsleiter Pahlke betont: „Alle wissen, dass dort etwas passieren soll, aber es passiert einfach nichts. Das dauert alles zu lange, dabei ist es ein schönes Gelände mitten in der Stadt.“ Das sei vor allem vor dem Hintergrund ärgerlich, dass Rendsburg kein Bauland habe und eingekesselt sei. Auch Axel Lippelt spricht von fehlendem Wachstumspotenzial. Umso wichtiger sei es daher, innenstadtnahe Flächen sinnvoll zu nutzen. So findet die Solar-Anlage an der Schleswiger Chaussee auf dem Gelände der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne kaum Zuspruch in Makler-Kreisen. „Nichts gegen Solar-Anlagen an sich, aber mitten in einem Innenstadtgebiet ist sie einfach deplatziert“, betont der Makler, der zur Rendsburger Top-Lage nicht bloß die erste Reihe am Kanal zählt. Als positives Beispiel für innenstadtnahes Wohnen nennt er die Anlage Grüner Kranz.

In Büdelsdorf sieht Uwe Jensen, Inhaber von Horizont-Immobilien, die Lage einigermaßen entspannt. Dort seien die Mietpreise in den letzten drei Jahren um etwa fünf Prozent gestiegen. Am meisten würden dort Zweieinhalb- bis Drei-Zimmer-Wohnungen gesucht.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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