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Rendsburg : Wohnraum für Flüchtlinge wird knapp

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stadt stellt vorläufiges Konzept zur Unterbringung von Asylbewerbern vor. Vorschlag: Bau einer Gemeinschaftsunterkunft an der Kieler Straße.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 11:20 Uhr

Wohin mit den Flüchtlingen, die langfristig in Rendsburg leben sollen oder wollen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Sozialausschusses gestern Abend. Ausgiebig diskutiert wurde über den Entwurf eines Konzepts „zur dezentralen Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in der Stadt Rendsburg“. Zur Stunde geht man im Rathaus davon aus, dass für 427 Männer, Frauen und Kinder eine Bleibe gesucht werden muss. 100 von ihnen sind bereits mit Wohnraum versorgt worden.

Anders als der Titel es vermuten lässt, schlägt das am Wochenende von Fachbereichsleiter Herbert Schauer verfasste Papier auch zwei Gemeinschaftsunterkünfte vor: Empfohlen wird zum einen der Ankauf der ehemaligen Standortverwaltung in der Kaiserstraße zu einem ermäßigten Preis durch die Stadt. Des Weiteren regt die Verwaltung an, noch in diesem Jahr eine Sammelunterkunft für 192 Personen an der Kieler Straße zu errichten. Standort ist das Gelände der ehemaligen Reithalle in der Nähe des Neubaugebiets Hochfeld. Eine regionale Firma könne diese Gemeinschaftsunterkunft auf der Basis von Systemhäusern innerhalb von 90 Tagen bauen, so Herbert Schauer. Den Fehlbedarf für dieses Jahr bezifferte der leitende Beamte mit 173 Personen, für das kommende Jahr mit rund 200. Wenn nicht kurzfristig Wohnraum gefunden oder geschaffen werde, sei die Stadt gezwungen, auf öffentliche Einrichtungen als Gemeinschaftsunterkünfte zurückzugreifen. Welche in Frage kommen, erläuterte Schauer nicht. „Unser Wunsch, alle Flüchtlinge ausschließlich durch Wohnungsanmietung unterzubringen, wird nicht in Erfüllung gehen“, prophezeite Schauer. „Ich kann Ihnen auch nicht ersparen, dass hier neuer Personalaufwand entsteht.“

Dem Gremium hatte der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste das Konzept urlaubsbedingt erst am Tag der Sitzung als Tischvorlage unterbreitet. Vor allem die Vertreter der SPD fühlten sich dadurch unter Zugzwang gesetzt. „Wir halten das Konzept für nicht ausgereift“, merkte Ratsherr Matthias Bruhn an. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man ihm nicht zustimmen. Seine Parteikollegin, Ratsfrau Elke Endres, wollte sich von Schauer „nicht unter Druck setzen“ lassen, erbat sich und ihrer Fraktion Bedenkzeit und schlug eine Sondersitzung vor. Die Entscheidung, wie hunderte Flüchtlinge untergebracht werden sollen, wolle sie keinesfalls dem Senat überlassen, diese Empfehlung hatte Schauer ebenfalls ausgesprochen. Auswirkungen hat der Zulauf von Flüchtlingen auch auf die Kindergärten, so die weitere Prognose von Schauer. Zusätzliche Plätze am Nachmittag und die Freigabe kommunaler Kita-Räume für externe Tagesmütter könnten diesen Bedarf decken. In den städtischen Schulen würden nach bisherigen Erkenntnissen keine zusätzlichen Räume benötigt, wenn eine Verteilung der Schüler gleichmäßig über alle Schule erfolge.

Die Vertreter von CDU, Grünen und SSW stimmten dem vorläufigen Konzept aus dem Rathaus mit Verweis auf dessen hohe Dringlichkeit zu, die SPD dagegen. Mit fünf Ja-Stimmen wurde es auf den Weg gebracht. In der kommenden Woche beraten der Finanzausschuss und der Senat über die Pläne.

Noch in dieser Woche erwartet Schauer eine Entscheidung des Landes, wohin die provisorische Erstaufnahmeeinrichtung an der Büsumer Straße umzieht. Die Stadt favorisiert das Kleingartengelände „Zur Erholung“ an der Loher Straße als neuen Standort.

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