Wo die Kunstwerke entstehen

Blicke in „Sommerateliers“ / Renate Basten, Jürgen Baum und Rufina Schröter beteiligen sich an der Aktion / Gäste aus Dänemark

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27. Juni 2018, 13:21 Uhr

Genau 73 „Sommerateliers“ öffnen am Wochenende in ganz Schleswig-Holstein ihre Pforten. Zum ersten Mal sind bei der Gemeinschaftsaktion der Landesverbände für angewandte und bildende Kunst auch dänische Gastkünstler mit eigenen Werken vertreten. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde laden elf Sommerateliers zur Begegnung mit Künstlern und deren Schaffen ein. Geöffnet sind alle Ateliers am Sonnabend und Sonntag, 30. Juni/ 1. Juli, jeweils von 11 Uhr bis 19 Uhr. Eine Karte mit den Veranstaltungsorten findet man im Internet auf www.sommerateliers-sh.de.

Die „Sommerateliers“ haben sich seit 2015 als landesweites Projekt etabliert. „Das ist ein tolles Angebot: Man kann in ganz Schleswig-Holstein auf Entdeckungsreise gehen und sich die unterschiedlichsten Varianten von Kunsthandwerk und bildender Kunst angucken“, meint die Malerin, Grafikerin und Objektkünstlerin Renate Basten, die zum dritten Mal bei den „Sommerateliers“ dabei ist.

„Bei den Sommerateliers ist die Kunst ganz bewusst aus den elitären Zirkeln heruntergeholt auf eine persönliche Ebene der Begegnung“, sagt Renate Bastens Lebensgefährte Jürgen Baum: „Als Besucher muss man kein großartiges Kunstverständnis mitbringen – es reicht, wenn man neugierig ist.“

2016 und 2017 haben Renate Basten und Jürgen Baum die „Sommeratelier“-Besucher in ihr gemeinsames „Atelier Wettersberg“ nach Haale eingeladen. In diesem Jahr ist alles anders. Das Ehepaar befindet sich mitten im Umzug nach Rendsburg und präsentiert sich deshalb ausnahmsweise an zwei Standorten und mit insgesamt drei Gastkünstlern. Im „Atelier Wettersberg“ in der ehemaligen Meierei an der Kreisstraße 21 zwischen Haale und Todenbüttel hat Renate Basten die Fotokünstlerin Svenja Wetzenstein aus Achim zu Gast. Während die Noch-Haalerin Holzschnitte, Übermalungen und Kimono-Kunst zeigt, bringt die Kollegin aus Niedersachsen kleinformatige Fotos aus ihrem Alltagsleben mit. Jürgen Baum öffnet zum zweiten Mal nach dem deutsch-dänischen Tafelfest die Pforten des neuen „Ateliers 24“ in der Königinstraße 24 in Rendsburg. Baum will Gemälde und Skulpturen aus verschiedenen Phasen seiner künstlerischen Laufbahn zeigen. Zu Gast hat er dabei zwei befreundete Kollegen: den gebürtigen Schleswig-Holsteiner Otto Beckmann aus Hamburg und den dänischen Experten für Kalksteinskulpturen, Lars Waldemar.

Einen dänischen Gast hat sich auch Rufina Schröter in ihr „Sommeratelier“ nach Bornholt eingeladen: Anne Lildholdt Jensen aus Apenrade. Als sie vor zwei Wochen die Ausstellungsräume in Schröters ehemaligem Gasthof in Sichtweite des Nord-Ostsee-Kanals in Lütjenbornholt begutachtete, hatte die Dänin eine Auswahl ihrer abstrakten Landschaftsaquarelle mitgebracht – und verstand sich auf Anhieb ganz prächtig mit ihrer Gastgeberin, denn auch Rufina Schröter hat der gegenständlichen Malerei im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung den Rücken gekehrt und sich der abstrakten Darstellung des aus ihrer Sicht „ästhetisch Notwendigen“ zugewandt.

Schnell hatten die beiden Künstlerinnen bei ihrer ersten Begegnung ein geeignetes Motto für ihre Gemeinschaftsausstellung gefunden: „Unendlich abstrakt“. Und in Rufina Schröters Fundus findet sich auch ein Werk, das optimal zur neuen deutsch-dänischen Künstlerfreundschaft passt: „Graenseland Zoom“, eine abstraktes Ineinander der deutschen und dänischen Nationalfarben.

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