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Hügelland und Geest : Wo die Äcker in Rendsburg-Eckernförde teuer sind

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bauern können jetzt erstmals Vergleichspreise einholen, wenn sie Land zu verkaufen haben oder erwerben möchten.

Grundstückspreise von bis zu fünf Euro pro Quadratmeter – worüber sich Häuslebauer freuen würden, ist in der Landwirtschaft ein Spitzenkurs. Das gilt zumindest für Ackerland im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das geht aus den Bodenrichtwerten hervor, die der Gutachterausschuss jetzt veröffentlicht hat. Erstmals sind dabei auch landwirtschaftliche Flächen berücksichtigt worden, sodass sich nun auch Bauern Vergleichspreise einholen können, wenn sie Land zu verkaufen haben oder erwerben möchten. Aus den Daten geht eindeutig hervor, dass der Kreis-Norden das teuerste Pflaster für den Landbau ist.

„Die letzte Eiszeit hat es geschafft, gute Böden zu generieren“, sagt Iris Bennühr, die Vorsitzende und Geschäftsführerin des Ausschusses. Ihr Blick richtet sich dabei innerhalb der Kreis-Karte auf das fruchtbare östliche Hügelland und vor allem auf den Altkreis Eckernförde. Das spiegele sich eben in den Preisen wider, die pro Quadratmeter verlangt werden. Um einen Durchschnittswert zu ermitteln, hat eine eigens gegründete Arbeitsgruppe alle Kaufverträge der vergangenen vollen zwei Jahre ausgewertet. Insgesamt waren das 622: im Jahr 2015 kamen 354 zustande, während die Zahl 2016 auf 268 Verkäufe zurückging.

Im Altkreis Eckernförde, der in der Auswertung als „Naturraum Schwansen/Dänischer Wohld“ zusammengefasst ist, werden in den beiden Hauptkategorien Acker und Grünland Höchstpreise erzielt. Wer etwa einen Acker in den Ämtern Schlei-Ostsee, Dänischenhagen, Dänischer Wohld oder Hüttener Berge besitzt und verkaufen will, kann dafür durchschnittlich 3,30 Euro pro Quadratmeter verlangen. Nur im „Naturraum Heide-Itzehoer Gest“, zu dem Teile der Ämter Mittelholstein und Jevenstedt im Süden des Kreises gehören, liegt der Preis mit 3,40 Euro höher. Iris Bennühr weist darauf hin, dass es sich um Mittelwerte handelt, die in Einzelfällen unter- und überschritten werden. Denn für Landwirte sind auch andere Faktoren wichtig, neben der Bodengüte auch der Zuschnitt des Geländes. Beliebt sind rechteckige Flächen ohne spitze Winkel, in denen mit Treckern und Mähdreschern viel rangiert werden muss. Auch die Lage sei wichtig, etwa die Nähe zum Hof oder zu einer Biogasanlage. Mehr als fünf Euro pro Quadratmeter seien aber nicht verlangt worden. Die niedrigsten Preise werden in der Vorgeest erzielt. Sie zieht sich in einem Streifen quer durchs Kreisgebiet – von der nördlichen Hohner Harde über Rendsburg und Nortorf bis nach Neumünster. Dort betragen die durchschnittlichen Ackerpreise 2,30 bis 2,40 Euro. Der Unterschied zu den teuren Gebieten betrage zwar nur einen Euro, dennoch gehe es um viel Geld, so Iris Bennühr: „Landwirtschaftliche Flächen unter einer Größe von zwei Hektar werden nicht verkauft.“ Das entspricht 20  000 Quadratmetern. Bei einem Preis von 3,30 Euro fallen für einen solchen Acker 66  000 Euro an, bei 2,30 Euro sind es 46  000 Euro. Üblich seien jedoch größere Flächen, in der Spitze wurden in den Beobachtungsjahren zwölf Hektar erreicht. Dafür bewegen sich die Preise in einer Spanne zwischen 276  000 und 396  000 Euro.

Der Gutachterausschuss hat den Osten des Kreises dem „Naturraum Eider-Treene-Niederung“ sowie den Westen des Kreises südlich des Nord-Ostsee-Kanals dem „Naturraum Ostholsteinisches Hügel- und Seenland“ zugeteilt. Dort kostet der Acker-Quadratmeter 2,70 Euro beziehungsweise 3,10 Euro.

Grünland, das beispielsweise als Weidefläche genutzt wird, ist um einiges günstiger. Pro Quadratmeter werden je nach Naturraum zwischen 1,30 und 1,80 Euro aufgerufen. Noch weniger wird für Wald verlangt. Für diese Flächen hat der Ausschuss den für den gesamten Kreis gültigen Preis von 1,30 Euro gebildet. Moore und Brachflächen, sogenanntes Unland, sind für 30 Cent pro Quadratmeter zu haben.

Die Richtwerte sind im Internet unter www.kreis-rendsburg-eckernfoerde.de abrufbar. Ab 1. August steht zudem das Geoinformationssystem „Boris-SH“ dafür zur Verfügung. Neben den landwirtschaftlichen Flächen hat der Gutachterausschuss auch die Werte für Bauflächen veröffentlicht.

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erstellt am 27.Jul.2017 | 10:58 Uhr

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