Wirtschaft will Innovations-Park

Blick in die Eiderkaserne – im Hintergrund das sogenannte Eiderschlösschen.
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Blick in die Eiderkaserne – im Hintergrund das sogenannte Eiderschlösschen.

Jens van der Walle, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Mittelholstein, schlägt als Standort die Eiderkaserne vor

shz.de von
08. November 2013, 00:31 Uhr

Die Wirtschaft in der Region braucht nach Ansicht des Unternehmensverbandes Mittelholstein neue Impulse. Wie und wo diese generiert werden könnten, stellten Vorsitzender Jens van der Walle und Geschäftsführer Michael Thomas Fröhlich gestern auf ihrer Herbstpressekonferenz vor. Sie empfehlen den politisch Verantwortlichen in Rendsburg, einen Innovations- und Gründer-Park einzurichten. „Wir müssen uns nach der Aufgabe des Zentrums für Energie und Technik nachhaltig Gedanken machen, wie wir die Innovationskraft, gerade von Existenzgründern, stärken“, sagte van der Walle.

Um die Kosten für den Innovations-Park in Grenzen zu halten, schlagen die Wirtschaftsvertreter vor, auf vorhandene Gebäude zu setzen. Als ideal könnte sich ihrer Ansicht nach eine Ansiedlung in der Eiderkaserne erweisen. Wie teuer das Projekt letztendlich wird, steht noch nicht fest. Allerdings soll die finanzielle Last auf verschiedene Schultern verteilt werden. Dem Unternehmensverband schwebt ein Drei-Säulen-Modell vor: Denkbar wäre, dass das benötigte Geld von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde, der Entwicklungsagentur der 13 Gemeinden und Städte im Wirtschaftsraum Rendsburg (GEP) und den Existenzgründern selbst aufgebracht wird. Diskutiert wird über über eine thematische Ausrichtung. In Frage kommt unter anderem die Branche „Erneuerbare Energien“. Jens van der Walle: „Wir brauchen den Innovations- und Gründerpark, damit qualifizierte Schulabgänger von morgen und die Fachkräfte von heute in unserer Region ihre Ideen, Projekte und Patente umsetzen und einen Beitrag für Wachstum und Beschäftigung leisten.“

Dass neue Impulse nötig seien, konnten van der Walle und Fröhlich mit den Ergebnissen ihrer Herbstkonjunkturumfrage belegen. Zwar fallen die Zahlen nicht dramatisch aus, allerdings ist im Vergleich zum Vorjahr eine Trendwende zu erkennen. Gingen die Unternehmen vor einem Jahr noch davon aus, dass die Zahl ihrer Beschäftigten insgesamt zunehmen wird, rechnen sie nun mit einem leichten Rückgang. Stark eingetrübt haben sich die Umsatzerwartungen der 40 befragten Unternehmen. Nur noch 26 Prozent der Firmenchefs gehen davon aus, ihren Umsatz im kommenden Jahr steigern zu können. Bei der Befragung im Herbst 2012 hingegen hatten sich 65 Prozent der Firmenchefs in dieser Hinsicht optimistisch gezeigt. Aktuell könnte sich die Situation durch das Verkehrschaos rund um Hochbrücke und Kanaltunnel weiter eintrüben. Der Unternehmensverband geht davon aus, dass einige Firmen geplante Investitionen ins südliche Schleswig-Holstein verlagern werden.

Ein Innovationspark in der Eiderkaserne – diese Idee stößt im Rathaus auf Interesse. Bürgermeister Pierre Gilgenast bezeichnete den Vorstoß als „begrüßenswert“.

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