Aussicht auf 2017 : Wirtschaft fordert bessere Infrastruktur

Jens van der Walle vom Unternehmensverband Mittelholstein blickt nicht ohne Sorgen auf das kommende Wirtschaftsjahr.
Jens van der Walle vom Unternehmensverband Mittelholstein blickt nicht ohne Sorgen auf das kommende Wirtschaftsjahr.

Den meisten Unternehmen zwischen Eider und Kanal geht es gut – aber wie lange noch? Der Fachkräftemangel und die schleppende Digitalisierung vor allem in Rendsburg bereiten zunehmend Sorge.

shz.de von
08. November 2016, 12:28 Uhr

Die Betriebe im Raum Rendsburg sind mit dem zurückliegenden Jahr zufrieden, blicken jedoch mit zunehmender Sorge auf den Fachkräftemangel und die maroden Verkehrswege. Dieses Resümee zog der Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) heute auf seiner traditionellen Herbstpressekonferenz. „Die Unternehmen im Rendsburger Wirtschaftsraum befinden sich in einer guten Verfassung. Das aktuelle Geschäftsjahr hat die Erwartungen größtenteils erfüllt“, sagte UVM-Vorsitzender Jens van der Walle. In Bezug auf den Arbeitsmarkt sei die Lage trotz ausgebliebener Herbstbelebung stabil. Eine Umfrage des Interessenverbandes unter rund 60 Unternehmen mit zusammen 7300 Beschäftigten hatte ergeben, dass acht von zehn der befragten Betriebe von einer gleichbleibenden oder verbesserten Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr ausgehen. Jedes zweite Unternehmen schätzt die derzeitige Geschäftslage als „gut“ ein. Die Metall- und Elektronindustrie schneidet am besten ab, auch die Bauwirtschaft und ihre Zulieferer können nicht klagen.

Weniger positiv sind die Erwartungen an das kommende Jahr. „Bereits heute kann kein Unternehmen eine Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes vermelden. Vielmehr sehen 31 Prozent eine Verschlechterung“, so van der Walle, der auch der Rendsburger Ratsversammlung eine Mitschuld an der Misere gab. „Anstatt den gelungenen Vorschlag der Stadtwerke zum Glasfaserausbau aufzunehmen und schnellstmöglich umzusetzen, setzt sie sich lieber mit sich selbst auseinander.“ Ein schneller Datenaustausch sei nicht nur wichtig für die Neuansiedlungen von Unternehmen, sondern auch um junge Fachkräfte in der Region zu halten.

Der Unternehmensverband Mittelholstein vertritt mit seinen knapp 500 Mitgliedsunternehmen die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der Unternehmerschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Allein im Wirtschaftsraum zwischen Eider und Kanal gehören ihm nach eigenen Angaben mehr als 280 namhafte Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft mit zusammen knapp 15000 Beschäftigten an.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen