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Pierre Gilgenast : Wird Rendsburgs Bürgermeister Chef des Theater-Aufsichtsrats?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zumindest ein Problem im Landestheater könnte bald behoben sein: Pierre Gilgenast gilt als Anwärter auf die Nachfolge des zurückgetretenen Jörn Klimant im Aufsichtsrat.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 06:50 Uhr

Rendsburg | Mitten in der größten Krise des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters ist der Lotse von Bord gegangen – und ein neuer steht offenbar schon in den Startlöchern: Bürgermeister Pierre Gilgenast gilt als möglicher Anwärter auf den Aufsichtsratsvorsitz der Landestheater GmbH. Der Posten ist seit dem vergangenen Freitag unbesetzt. Nach internen Querelen auf der jüngsten Sitzung der Gesellschafter hatte Dr. Jörn Klimant das Handtuch geworfen. Grund soll vor allem der Verhandlungsstil der Flensburger Vertreter gewesen sein. Nach Angaben von Eingeweihten konnte man sich nicht darüber einig werden, in welcher Weise der Aufsichtsrat in die Strategiegespräche über die Zukunft des Theaters eingebunden werden soll.

Gilgenast bestätigte gestern gegenüber der Landeszeitung, dass man ihn auf die Klimant-Nachfolge angesprochen habe. „Ich fühle mich geehrt“, sagte er dazu. Ob er jedoch tatsächlich kandidieren wolle, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. „Dazu müssten erst Gespräche mit den Gesellschaftern geführt werden.“ Gilgenast äußerte „größtes Bedauern“ über den Rücktritt von Klimant. Dieser habe sich sehr aufgeschlossen darum bemüht, die verschiedenen Positionen innerhalb der Gesellschafterversammlung aufeinander abzustimmen und einen Konsens zu finden. Dass er nun überraschend sein Amt zur Verfügung gestellt hat, „ist ein schwerer Schlag für uns, gerade in dieser schwierigen Zeit.“

Rendsburgs Bürgermeister hat sich in den vergangenen Wochen wiederholt in die Theaterdebatte eingemischt. Insbesondere sein Angebot, Generalintendanz und Theaterverwaltung nach Rendsburg zu holen, hatte unter den Gesellschaftern für Aufmerksamkeit gesorgt. Der 49-Jährige gilt als großer Unterstützer des Landestheaters. Für den Fall, dass die Stadt Schleswig als Spielort des Kulturbetriebes dauerhaft ausfallen sollte, will Gilgenast die Rolle der Theater GmbH in der Stadt am Kanal gestärkt wissen.

Das Ziel müsse es jedoch weiterhin sein, dass Schleswig vollwertiges Mitglied der GmbH bleibe und eine entsprechende Spielstätte vorhalten könne, so Gilgenast. Allerdings zeigte er sich skeptisch, ob Schleswig dies am traditionsreichen Standort Lollfuß gelänge. Der Bürgermeister der Schleistadt, Dr. Arthur Christiansen, hatte am Freitag Pläne vorgestellt, die auf eine Sanierung des einsturzgefährdeten Stadttheaters hinauslaufen. Gilgenast zeigte sich zwar beeindruckt darüber, dass offenbar alle Fraktionen der Schleswiger Ratsversammlung hinter diesen Plänen stünden, warf aber die Frage auf, ob diese Sanierung noch rechtzeitig bewältigt werden könne. Die Ausweichspielstätte „Slesvighus“ steht nur noch bis Ende 2016 zur Verfügung.

Der Aufsichtsrat wird voraussichtlich noch in diesem Monat zu einer weiteren Sondersitzung zusammenkommen. Ob auf dieser Sitzung bereits ein Nachfolger für Jörn Klimant gewählt werden kann, steht noch nicht fest.

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