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Fussball-SH-Liga : „Wir wollen zeigen, dass wir besser sind“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der TSV Kropp ist in der Fußball-Schleswig-Holstein-Liga wieder auf Kurs. Trainer Dirk Asmussen will mit seinem Team in der zweiten Saisonhälfe um den zweiten Platz mitspielen.

Als die letzte Partie beim PSV Neumünster wegen schlechter Platzverhältnisse abgesagt worden war, begann für den TSV Kropp eine Winterpause, die laut Dirk Asmussen ihren Namen auch verdient hat. Eine gute Gelegenheit, um mit dem Trainer des SH-Ligisten ein Fazit der Serie 2013 zu ziehen.

20 von 34 Partien in der SH-Liga sind gespielt. Der TSV Kropp steht auf dem sechsten Tabellenplatz, schlechter als erwartet. Wie lautet das bisherige Saisonfazit?

Grundsätzlich widerspreche ich. Wir sind nicht schlechter als erwartet. Unsere Erwartungen beziehen sich auf den letzten Spieltag. Wir haben fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei. Sicherlich ist der eine oder andere Zähler liegen geblieben, wir hätten gerne mehr Punkte. Aber im Moment ist alles so in Ordnung. Wir sind auf dem richtigen Kurs.


Nach dem passablen Saisonstart begann mit zwei Unentschieden beim TSV Altenholz und gegen die Husumer SV die Talfahrt mit vier Niederlagen in Folge. Welche Gründe gibt es dafür?

Die Gründe dafür sind relativ einfach. Da war der eine oder andere kurzfristige und unerwartete Abgang aus Berufs- und Studiengründen, gepaart mit einigen Verletzungssorgen und unzureichender Trainingsbeteiligung. Wenn man das alles in einen Würfelbecher packt und umdreht, kann nicht so viel dabei herauskommen.

Geringe Trainingsbeteiligung – hatten die Spieler keine Lust auf den Coach?

Das wollen Sie hören – nein, wenn der Kader sich wegen der Abgänge und der Verletzten dezimiert und weitere Spieler aus beruflichen und schulischen Verpflichtungen nicht regelmäßig erscheinen können, kann man als Trainer nicht mannschaftstaktisch trainieren. Spieltaktisch genügen dir drei Leute, aber um Spielzüge einzustudieren, reicht das dann nicht mehr. Wenn du gegen eine Mannschaft antrittst, die ein 0:0 gegen den TSV Kropp bejubeln will, muss du taktische Antworten haben. Da macht sich das Manko beim Training bemerkbar. Ich hätte mir in dieser Phase ein geschlosseneres Auftreten gewünscht. Aber wir waren in dieser Phase drin und wir sind dann als Mannschaft und auch einzeln als Persönlichkeit gestärkt herausgekommen.

In der zweiwöchigen Ligapause Mitte Oktober stand das Pokal-Halbfinale gegen den Regionalligisten Holstein Kiel auf dem Programm. Das Spiel ging mit 1:3 verloren, leitete aber mit sechs Siegen in den folgenden SH-Ligaspielen die Wende ein. Wie erklären Sie sich das?

Das hat mit Sicherheit auch ein Stück weit damit zu tun, dass einige Verletzte wieder zurückgekommen sind. Auf das Pokalspiel waren wir schon sehr fokussiert. Wir haben uns im Vorwege der Partie tief in die Augen geschaut und miteinander geredet. Es nützt nichts, wenn die Jungs aus der Abwehr meckern, dass vorne keine Tore gemacht werden und die Stürmer die Gegentore beklagen. Im Zuge des Pokalspiels haben wir da eine positive Entwicklung gemacht. Außerdem haben ein paar personelle Umstellungen Früchte getragen.

Nach dem 1:4 gegen TuRa Meldorf Anfang Oktober rutschte der TSV Kropp auf den zehnten Platz ab. Die Teilnahme am Hallenmasters war verspielt. Wir groß ist die Enttäuschung?

Bei der Mannschaft ist die Enttäuschung sicherlich groß gewesen. Das Hallenmasters ist schon ein „Goodie“ für eine konstante Leistung in der Hinrunde. Aber die Konstanz hat halt gefehlt. Na ja, und wären die Partien gegen den PSV Neumünster und das Spiel beim TSV Altenholz, als wir jeweils in der Nachspielzeit den Ausgleich kassierten, ein paar Sekunden früher abgepfiffen worden, hätte es vielleicht sogar gereicht.

Sie sind seit 2007 beim TSV Kropp und damit dienstältester Trainer der Liga. Jetzt hat der Verein Ihren Vertrag gleich um zwei Jahre verlängert. Das ist ungewöhnlich. Worin liegt der Grund?

Ich habe bisher auch noch keinen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Es war eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit. Beim TSV Kropp gibt es ein verlässliches Umfeld. Und wenn sich beide Seiten einig sind und wenn man sieht, wie alle Beteiligten miteinander umgehen, ist das gar nicht so ungewöhnlich. Wir wollen mit der Mannschaft weiterkommen. Schließlich kommen die meisten Spieler – und für den Spruch zahle ich gerne einen Fünfer ins Phrasenschwein – gerade ins beste Fußball-Alter. Und wir haben nicht nur den dienstältesten Trainer, wir haben auch die größte Ligaerfahrung im Kader.

Laut des Zwei-Jahres-Plans soll der Kader neben jungen Akteuren auch mit zwei bis drei gestandenen Spielern aus höheren Klassen ergänzt werden. Die werden nicht kommen, weil es in Kropp so schön ist. Wird beim TSV so gut bezahlt?

Geld macht keine Fußball-Mannschaft. Das habe ich immer gesagt. Bei uns gibt es keine Gelder, die andere Vereine glauben zahlen zu müssen. Wir haben noch nie mit Spielern gesprochen, deren Existenz bedroht ist. Eine Aufwandsentschädigung gibt es, aber wir haben keinen Mäzen und nicht die Möglichkeit, 500 Euro zu zahlen.

Angeblich war sogar schon eine Summe von 800 Euro im Gespräch?

Das stimmt absolut nicht. Das sind Märchen. Bei uns gibt es viele gute Spieler, die aus unterklassigen Vereinen zu uns gekommen sind. Alle Vereine müssen damit leben, dass es in der Region Spieler gibt, die in der SH-Liga spielen wollen.

Das wird bei den betroffenen Clubs, die in die Jugend investieren, aber nicht gerne gesehen. Warum gibt es in Kropp keine Jugendmannschaften, die in den SH-Ligen spielen?

Viele Vereine sind der Überzeugung, dass sie auf Dauer nur überleben können, wenn auch die Jugend höherklassig spielt. Diese Überzeugung haben wir beim TSV Kropp nicht. Wir haben das temporär gemacht, aber nicht alle im Verein sehen das so. Man muss sich entscheiden zwischen der Ausrichtung Leistungssport oder Breitensport. Aber es müssen alle an einem Strang ziehen. Jugend und Seniorenbereich gehen da zusammen. Was nutzt eine starke Jugendarbeit wie beim Büdelsdorfer TSV, wenn die Männer schon wieder gegen den Abstieg spielen? Deren Talente gehen dann zu anderen Vereinen. Ich würde die Jugendarbeit gerne forcieren, denn es gibt genug Talente auch in Kropp, aber die spielen dann höherklassig in anderen Vereinen. Das ist schade. Aber wir sind im Verein in einem ständigen Dialog. Vielleicht lässt sich in ferner Zukunft eine gemeinsame Strategie entwickeln.

Mit der Partie gegen Dornbreite Lübeck (22. Februar) beginnt das Fußball-Jahr 2014. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die restlichen 14 Saisonspiele? Auf welchem Platz steht Kropp am Ende?

Ich hoffe, dass alle Spieler im Februar fit an den Start gehen. Meine Erwartungen sind, aus den 14 Spielen das Maximum herauszuholen. Sicherlich kann man nicht alles gewinnen. Aber es gibt hinter dem VfB Lübeck vier, fünf Mannschaften, die das Zeug dazu haben, um den zweiten Platz mitzuspielen. Wir sehen uns nicht schlechter als Preetz, Neumünster oder Altenholz. Wir wollen zeigen, dass wir besser sind. Es ist eine spannende Ausgangssituation.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 06:22 Uhr

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