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Schallplattenmuseum : „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Kesselhaus in Nortorf sollte neuer Standort des Schallplattenmuseums werden. Jetzt steht der Plan auf der Kippe.

Das Projekt „Kesselhaus“, das der neue Standort für das Schallplattenmuseum werden sollte, droht zu scheitern. Die SPD-Mitglieder haben die Arbeitsgruppe verlassen, die ein Konzept erarbeiten soll, und werfen den Christdemokraten Mauscheleien und Lügen vor. Im Zentrum der Kritik steht Bürgermeister Horst Krebs, der einen Architektenauftrag ohne einen Beschluss der Stadtverordneten vergeben haben soll. Auch die CDU kritisiert den zeitlichen Ablauf der Vergabe. Die SPD will nun einen neuen Vorschlag einbringen.

„Wir werden auf keinen Fall mehr an einer Arbeitsgruppe teilnehmen“, sagte Willi Gronewald (SPD) am Mittwoch. Er habe kein Vertrauen mehr in die Aussagen des Bürgermeisters oder der CDU-Fraktion. Man werde „vorgeführt und vor vollendete Tatsachen gestellt“. Grund für den Eklat ist die Auftragsvergabe an den Architekten und CDU-Stadtverordneten Rüdiger Treichel. Treichel hatte laut Gronewald im Juli vergangenen Jahres die Aufgabe erhalten, eine grobe Kostenschätzung für die Arbeitsgruppe zu erstellen. Dies sei zwar unentgeltlich passiert, aber Krebs habe diese „fehlerhafte Schätzung“ als Grundlage für einen späteren Auftrag genommen. Drei Architekten seien angeschrieben worden, von denen Treichel das günstigste Angebot abgegeben habe und den Zuschlag bekam. Dafür habe aber die Zustimmung der städtischen Gremien gefehlt.

Auch CDU-Vorsitzender Torben Ackermann sieht den zeitlichen Ablauf problematisch. „Von der CDU-Fraktion ist bis auf die Beteiligten niemand informiert gewesen.“ Entsprechend habe er auch andere Dinge in der Sozialausschusssitzung behauptet. Er habe gedacht, dass die Entwürfe, mit denen gearbeitet wurde, unentgeltlich entstanden seien. Hätte die Stadtverordnetenversammlung das Kesselhaus als Standort abgelehnt, so hätte Krebs einen Auftrag für ein Gebäude vergeben, dass nicht umgebaut werden solle.

Erst später habe Bürgermeister Krebs ihn über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. „Ich wusste von nichts, jetzt stehen wir vor einem Scherbenhaufen.“ Bürgermeister Krebs sieht sich keiner Schuld bewusst. Gronewald habe nicht verstanden, dass der Architekt zu einem Zeitpunkt unentgeltlich gearbeitet habe. Dann brauchte die Verwaltung einen Kostenvoranschlag für Förderungen. Entsprechend sei eine Ausschreibung erfolgt. Vielleicht sei das in Sitzungen nicht hundertprozentig klar geworden, meinte Krebs. Auch wenn er einige Informationen nicht immer auf Knopfdruck parat habe, so habe er Sachverhalte immer zeitnah richtig gestellt. Es sei auch nicht seine Aufgabe, Fraktionen über sämtliche Vergaben der Verwaltung zu informieren. Hätte es eine Nachfrage gegeben, so hätte er auch geantwortet. Den Vorschlag, das Thema Kesselhaus nur noch im Bauausschuss zu besprechen, halte er für unsinnig. Details würden in einer Arbeitsgruppe besprochen, dem Ausschuss vorgestellt und dort ein Beschluss gefasst.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 10:18 Uhr

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