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"Wir singen immer, in der Schule und zu Hause"

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Büdelsdorf/Rendsburg | Vier schwarze Polo-Shirts in Rendsburgs Fußgängerzone, darauf das Logo der Chorakademie des Musikfestivals: Nach dem Abschluss der Proben genießen vier Mitglieder die Innenstadt - auch wenn das Wetter anders als erwartet ist. "Kein Regen, und so heiß."

Drei der vier Südafrikaner kommen aus Kapstadt, nur Caroline stammt aus Pretoria. Die drei Damen stehen am Anfang ihrer Karriere. Litho Nqai (23) ist bereits zum zweiten Mal Gast der Chorakademie. Sie studiert in Kapstadt Gesang, möchte gerne in Europa als Sopran-Solistin auf die Bühne. Am liebsten nach Lübeck. "Die Stadt finde ich toll, mein Traum ist die Zerlina in Mozarts Don Giovanni".

Sunnyboy Dladla ist schon zum vierten Mal dabei, hat mittlerweile ein Engagement im internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich. Sunnyboy - das ist sein wirklicher Vorname. Mittlerweile 30 Jahre alt, kann er auf reichlich Erfahrungen im Festival-Chor zurückblicken. "Rolf Beck und Christoph Eschenbach haben sich sehr für mich eingesetzt und gefördert und mir im Rahmen der Chorakademie auch solistische Aufgaben übertragen!" freut er sich. Ein wesentlicher Baustein zu seiner gerade begonnenen Karriere, die mit dem Glücksfall Chorakademie begann.

Hlengiwe Mkhwanazi ist das erste Mal dabei. Sie kann schon auf Profi-Gesangserfahrungen in Südafrika verweisen, ist auch überzeugt davon, dass sie ihren Lebensunterhalt mit Singen verdienen kann. Mit 28 Jahren empfindet sie sich an einem wichtigen Punkt ihrer Karriere und fühlt sich als Weltbürgerin. "In zwei Wochen singe ich in Bayreuth vor, danach geht es in die USA, ebenfalls zum Vorsingen", beschreibt sie ihre nahe Zukunft in Hotels und Flugzeugen. Glücklich ist Hlengiwe darüber, dass sie bis dahin noch die Ruhe in Rendsburg und im Nordkolleg erleben kann. "Hier ist es superschön, viel leiser als in Kapstadt." "Undenkbar, dass man da auf der Straße wie hier in dieser Ruhe essen kann, da ist es viel lauter!" ergänzt Sunnyboy. Hlengiwe ist glücklich in der Chorakademie. "Hier beklagt sich niemand, wenn ich singe und eine neue Partie einstudiere."

Auch Caroline Nkwe (26) aus Pretoria will Profi werden. Sie wartet noch auf ihren Studienplatz. Im Vergleich zu den anderen Drei wirkt sie zurückhaltend, geradezu schüchtern, obwohl sie auf viele Erfahrungen mit Chören und Auftritten in der Öffentlichkeit zurückblicken kann. Caroline hat sogar schon an einem Mozart-Festival in Südafrika teilgenommen und einen Preis gewonnen.

Für sie ist die umfassende Fortbildung der Chorakademie mit herausfordernden Programmen eine willkommene Vorbereitung auf das Studium. Dabei ist für Caroline das Singen - wie für alle Südafrikaner - eine Selbstverständlichkeit. "Wir singen immer, in der Schule und zu Hause. In Südafrika leben wir in der Chormusik und lieben sie!" So verwundert es nicht, dass Caroline am Anfang ihres Studiums schon mehr kann als andere Studienanfänger.

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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