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Fussball-Kreisliga : „Wir sind immer noch gut“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jevenstedts Trainer Michael Rohwedder ist mit der Punkteausbeute nach dem Saisonauftakt zufrieden, vermisst aber eine klare spielerische Linie.

von
erstellt am 29.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Mit neun Punkten aus den ersten vier Spielen kann Michael Rohwedder zufrieden sein. Während die nackten Zahlen den Trainer des Fußball-Kreisligisten TuS Jevenstedt erfreuen, missfällt ihm die Art, wie seine Mannschaft derzeit Fußball spielt. Vor dem Spiel in Barkelsby bei der SG BSV/EMTV am Sonntag sprach LZ-Redakteur Tobias Stegemann mit dem 39-Jährigen über die sportlichen Aussichten an der Jevenau und über persönliche Enttäuschungen der Vergangenheit.

Herr Rohwedder, drei Siege aus den ersten vier Spielen. Sie müssen zufrieden sein, oder?

Rohwedder: Das bin ich absolut. Gegen Schinkel kann man verlieren. Leider spielen wir im Moment nur mittelmäßigen Fußball, aber die Punkteausbeute ist gut. Daher bin ich noch recht entspannt.

Das heißt, es ist besser gelaufen als Sie zuvor erwartet hatten?

Nein, ich weiß schon, was die Mannschaft kann. Aber mit der Art und Weise, wie wir die Spiele angegangen sind, war ich nicht zufrieden. Der Einsatz und der Wille war da, keine Frage. Spielerisch lassen wir aber noch einiges zu wünschen übrig. Daran arbeiten wir, damit wir in diesem Bereich schleunigst wieder zu unserer Normalform finden, denn momentan haben wir sie nicht. Da erwarte ich einfach mehr.

Wo liegen die Hauptgründe dafür?

Wir sind in unserem Spiel nach vorne zu schlampig und verlieren im Aufbau zu viele Bälle. Da geht dann die Sicherheit verloren.

Haben Sie aufgrund der zahlreichen Abgänge im Sommer Ihr System oder Ihre taktische Ausrichtung verändern müssen?

Nein, das nicht. Im letzten Jahr haben wir ja auch nicht immer spielerisch geglänzt, aber dann gingen die Bälle halt lang auf Mirko (Mrosek, d. Red.). Nun sind er und einige andere nicht mehr dabei, und sie fehlen uns natürlich.

Nervt es Sie, dass die Spieler, die nicht mehr da sind, mehr im Gespräch sind als die, die auf dem Platz stehen?

Nein, aber mich interessieren eh nur die Spieler, mit denen ich arbeiten kann. Das sind alles gute Jungs. Wir sind nun eben in der Breite nicht mehr so gut aufgestellt. Das wird dann zu einem Problem, wenn Leute ausfallen. Wir befinden uns in einem kleinen Umbruch, aber wir sind immer noch gut.

Fehlt nach der schweren Verletzung von Andre Paulsen ein erfahrener Mann auf dem Platz?

Ja, auf jeden Fall. Andre war natürlich einer, der das Spiel von hinten heraus lenken sollte.

Sie haben gegen den Topfavoriten Schinkel schon gespielt. Ist der FC auf dem Weg zur Meisterschaft aufzuhalten?

Gegen uns waren sie wirklich sehr stark, aber es wird bestimmt kein Selbstläufer. Ich rechne fest mit Büdelsdorf, die haben ein unheimliches Potenzial mit den vielen jungen Spielern.

Haben Sie die Befürchtung, dass nach Mrosek weitere talentierte, junge Spieler den Verein verlassen?

Das ist nun einmal so. Gute Spieler wecken immer Begehrlichkeiten. Das wird man nicht verhindern können.

Gibt es beim TuS eine kurz- oder mittelfristige Zielsetzung mit Blick auf den Aufstieg?

Nein, das macht im Moment auch keinen Sinn. Die Konkurrenz mit Schinkel, die viel Geld in die Hand nehmen, und Büdelsdorf, die auf eine ganz starken Nachwuchsbereich bauen können, ist in diesen Punkten besser aufgestellt.

Wie sieht denn Ihre persönliche Planung als Trainer aus?

Ich bin zwar noch nicht so alt, aber habe schon einiges erlebt. Im Moment fühle ich mich sehr wohl in Jevenstedt mit einem super Umfeld und einer tollen Mannschaft, die Entwicklungspotenzial hat. Aber was in einem halben Jahr sein wird, weiß ich nicht. Da habe ich schon zu viel erlebt. Ich bin von Menschen, denen ich hundertprozentig vertraut habe, im Stich gelassen worden.

Sind Sie in dieser Hinsicht vorsichtiger geworden?

Das bin ich auf jeden Fall. Man darf nicht vergessen, dass ich und die meisten meiner Kollegen das ja nicht des Geldes wegen machen. Ich will mit Jungs arbeiten, die sich weiterentwickeln wollen.

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