zur Navigation springen
Landeszeitung

18. Oktober 2017 | 18:52 Uhr

Rendsburg : Wir gehen wählen!

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Überzeugte Urnengänger sagen ihre Meinung:19 Tage vor der Europawahl herrscht überraschende Einigkeit.

Je mehr Plakate an der aufgestellten Wand am Thormannplatz hängen, desto näher rückt die Europawahl: Am 25. Mai sind die Bürger gefragt. Die Landeszeitung hat sich auf der Straße umgehört und traf – anders als die bisher geringe Wahlbeteiligung es vermuten ließe – fast ausschließlich überzeugte Wähler.

„Wer nicht europäisch wählt, der vergisst, wo die Weichen für unsere Zukunft gestellt werden – nämlich in Brüssel“, bringt es der 53-Jährige Michael Engelbrecht auf den Punkt. In die gleiche Schneise schlägt Uwe Baller (71) aus Rendsburg: „Wir werden mehr von Europa regiert, als von unserer Bundesregierung.“ Beinahe ärgerlich wird er aber angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung. „Die Rendsburger gehen nicht wählen“, ist seine Einschätzung.

Diese Erfahrung hat auch Nicole Pries aus Büdelsdorf in ihrem Bekanntenkreis gemacht. Die 41-Jährige sagt: „Ich kann mich nicht beschweren und dann nicht wählen gehen.“ Ähnlich sieht das Renate Motzkat aus Rickert. Die 70-Jährige geht zu jeder Wahl, weil sie fest davon überzeugt ist: „Wer nicht wählen geht, kann auch nichts verändern.“ So begründet auch Horst Heisig (63) seinen Gang zur Wahlurne. Er ist aus dem bayerischen Burgberg angereist, um Sohn und Enkel in Rendsburg zu besuchen. „Ich gehe wählen, obwohl ich weiß, dass die Partei, die meine Stimme bekommt, sowieso nicht zu den Gewinnern zählen wird.“

Tier- und Umweltschutz sind die Themen, die Wencke Neu aus Schacht-Audorf bei der Europawahl am meisten interessieren. In ihrer Freizeit setzt sie sich gegen Massentierhaltung ein. „Als Verbraucher wird man ganz schon verarscht, deshalb sollte man wählen gehen.“ Wen sie wählt, steht felsenfest. Neben welcher Partei Inken Looft ihr Kreuzchen machen wird, steht noch nicht fest. „Ich habe die Wahlbenachrichtigung erst einmal zur Seite gelegt, werde mich aber noch ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen.“

„Ich gehe grundsätzlich zu jeder Wahl, weil es das letzte bisschen Demokratie ist“, erklärt der 43-jährige Jan Friesel aus Hamburg. Er findet es fragwürdig, wenn Mitbürger dieses Recht nicht wahrnehmen. Genau wie Lukas Gura. Für ihn steht seine erste Europwahl bevor. „Ich finde, dass jeder seine Meinung vertreten sollte. Alle, die nicht wählen, geben den Nazis ihre Stimme“, sagt der 18-Jährige aus Friedrichsgraben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen