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Eisbahn : Winterspaß auf Kufen: Glatteis erwünscht!

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Eisbahn auf dem Schiffbrückenplatz ist eine Attraktion. Ein Manager aus Düsseldorf sorgt dafür, dass im wahren Sinne des Wortes alles glatt läuft.

„Einmal Kind, einmal Schuhe“, ist ein Satz, den Helge Damaschke gerade am frühen Nachmittag häufiger hört. Sieben Euro kassiert er dafür bei der Eisbahn auf dem Schiffbrückenplatz. Von draußen dröhnt der Hit „Hotline Bling“ ins Innere des Zelts am nördlichen Ende der Eisfläche. Übertönt wird das Ganze sporadisch vom Brummen der Kühlanlage. Links in der etwa fünf mal zehn Meter großen, provisorischen Umkleide sind lange Bierbänke aufgestellt, die Sitzflächen bespannt mit teppichartigen Stoff. Auf ihnen sitzen an diesem Nachmittag mal mehr, mal weniger Schlittschuhfreunde, die ihre Füße umständlich in die steifen Formen zwängen. Rechts der Szenerie stehen einfache, hölzerne Regale, prall gefüllt mit Kufen zum Ausleihen. Davor Damaschke. Der 49-Jährige organisiert den Verleih.

Damaschke ist nur zur Winterzeit in Rendsburg. Eigentlich wohnt der gelernte Event- und Veranstaltungskaufmann in Düsseldorf. Er hat eine eigene Agentur und kam über Bekannte an den Job bei der Rendsburger Eisbahn. Als Projektmanager ist er seit Mitte November im Norden. Hier wohnt er in einer Ferienwohnung direkt am Schiffbrückenplatz. Bis einschließlich zum 8.    Januar bleiben die Eisbahn und der Weihnachtsmarkt noch geöffnet.

Zu seinen ersten Kunden an diesem Nachmittag gehört die elfjährige Evelin. Schuhgröße 36 wird gewünscht. Gezielt greift Damaschke hinter sich und gibt das richtige Paar heraus. Über hundert Schlittschuhe von Größe 27 bis 47 hat er in seinen Regalen. Für die ganz Kleinen sind sogar Gleitschuhe zu haben. Das Wichtigste ist, dass die Ordnung nicht durcheinander kommt. „An der Farbe kann ich die verschiedenen Größen ja nun einmal schlecht erkennen“, scherzt der Projektleiter, der hier eigentlich alle duzt und immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Trotz Ordnung kommen Evelins Schuhe doch noch einmal zurück. Sie sind ein wenig zu klein. Prompt werden sie gegen ein Paar in der Größe 37 getauscht. Damaschke sieht das entspannt. Dass die Größe nicht auf Anhieb passt, ist schließlich keine Seltenheit. Schwieriger als die richtige Größe zu finden, ist für das junge Mädchen ohnehin die Diskussion mit ihrer Mutter, ob die Mütze nun aufgesetzt werden muss oder nicht.

Ab vier Uhr füllt sich die Umkleide rasant. Zu den Besuchern gehört auch Franziska Becker. Die 18-Jährige ist mit ihrer Mädelstruppe aus Eckernförde angereist, um in ihren Geburtstag rein zu feiern. „Ich fahre sehr gerne Schlittschuh“, grinst das junge Mädchen. Das sieht man auf der Eisfläche. Franziska fährt rückwärts, auf einem Bein und probiert die ein oder andere Figur vom Eiskunstlauf aus. Ihre Freundinnen sind nicht alle so geschickt. Nach kurzer Zeit kommen zwei von ihnen zurück an Damaschkes Tresen. Sie liebäugeln mit einem der Pinguine, die dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten. Der Schuhexperte muss die Jugendlichen allerdings enttäuschen. „Einen Pinguin kann ich euch nicht geben“, sagt er freundlich, aber bestimmt. Die gibt es nämlich nur, solange man nicht größer als 1,50 Meter ist.

Die meisten der Besucher stoßen aber nicht erst beim Schlittschuhlaufen auf ein Problem. Die größte Hürde scheint nicht das rutschige Nass zu sein, sondern eine kleine Rampe, die die Eisbahn mit dem Zelt verbindet. Besonders tückisch: die Zeltwand ist an dieser Stelle nicht komplett geöffnet. In der Theorie muss der steife Stoff zwar nur ein paar Zentimeter zurückgehalten werden, damit man sich hindurch zwängen kann. In Kombination mit der rutschigen Rampe erweist sich das Vorhaben aber für viele als Herausforderung. Reihenweise bleiben die Schlittschuhläufer an den Laschen hängen. Andere fühlen sich in Sicherheit, sofern sie das Tor passiert haben und kommen dann doch auf der Rampe ins Straucheln, selbst einige derer, die ohne Kufen unterwegs sind. Die beste Lösung fand wohl einer der kleineren Besucher, der sich einfach auf allen Vieren den Weg zum Eis bahnte.

> Die Eisbahn ist täglich von 11 bis 19 Uhr, sonnabends bis 20 Uhr geöffnet. Kinder zahlen 3,50 Euro, Erwachsene vier Euro. Das Ausleihen der Schlittschuhe kostet 3,50 Euro.

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erstellt am 19.Dez.2016 | 09:01 Uhr

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