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Windpark Seefeld und Gokels bietet Platz für sieben Mühlen

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

SEEFELD | Restlos überzeugt wirkten die Bürger von Gokels und Seefeld von der Windparkplanung ihrer Gemeinden nicht, die sie in der nur mäßig besuchten Einwohnerversammlung in Seefeld vorgestellt bekamen. Matthias Frauen und Kollegen vom Planungsbüro Sass & Kollegen aus Albersdorf sowie Martin Rolfes vom Vorhabenträger Enercon aus Bremen erläuterten den aktuellen Stand der Planung und zeigten das weitere Vorgehen auf.

Erste umfangreiche Untersuchungen auf der vom Regionalplan ausgewiesenen Eignungsfläche seien im letzten Jahr erfolgt, Stellungnahmen von Behörden eingeholt und Abstimmungsgespräche mit Ämtern geführt worden. Aus den Vorgaben sowie den rechtlichen Abstandsregelungen zum Schutz vor Schall und Schattenwurf hätten sich für die Fläche sieben Anlagenstandorte ergeben, plus Zufahrtswege für die Baufahrzeuge. "Den vom Regionalplan ausgewiesenen Bereich können wir aber nicht im vollen Umfang nutzen, da im östlichen Teil der Fläche Natur- und Artenschutzbelange der Planung entgegenstehen", erklärte Rolfes. Daher würden sich die Windräder im westlichen Plangebiet konzentrieren. Von den sieben Anlagen würden drei von der Bürgerwindpark-Gesellschaft, die restlichen vier von Enercon betrieben.

Insgesamt umfasse das Plangebiet 176 Hektar, 58 Hektar gehören zur Gemeinde Gokels, 118 Hektar zu Seefeld. Bei den Anlagen handele es sich um den Typ Enercon E 101. Die Nabenhöhe liege bei 149 Metern, die Gesamthöhe betrage 200 Meter. "Die wird man nicht so einfach in der Landschaft verstecken können", machte Martin Rolfes gleich deutlich, je nach Standort seien sie mal mehr mal weniger zu sehen. Auch nachts. Um die Fernwirkung zu verdeutlichen, zeigte er Fotos, die in Gokels und Seefeld an verschiedenen Orten aufgenommen wurden, immer mit Blick in Richtung Windpark. In diese Aufnahmen wurden maßstabsgetreu die geplanten Anlagen hinein projiziert. Auf diese Weise sahen die Einwohner erst den Ist-Zustand ohne Anlagen und dann das selbe Bild mit den Windrädern, um einen Eindruck von der Wirkung zu erhalten. Man habe sich für wenige aber entsprechend hohe Windenergieanlagen entschieden, um eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit auch für die beteiligten Bürger als Kommanditisten zu erzielen. Um die selbe Wirtschaftlichkeit zu erhalten, hätte man auch kleinere, aber entsprechend mehr Anlagen planen können, für die wiederum geringere Abstände zu bebauten Ortslagen gelten würden.

Zum Schutz vor Beeinträchtigungen durch den Schall und den Schattenwurf gebe es klare Vorgaben, so dürften nicht mehr als 45 dB bei den Häusern ankommen. Bis ins letzte Detail werde alles geprüft und abgeglichen, alle Vorgaben sowie ein Konzept für Ausgleichsmaßnahmen in die Planung eingearbeitet, um Beeinträchtigungen für Mensch und Natur auszuschließen. Erst dann gehe der immissionschutzrechtliche Antrag an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Itzehoe auf ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Sollte im Frühjahr/Sommer 2014 die Genehmigung vorliegen, könne im Herbst 2014 mit dem Bau der Zuwege und Fundamente sowie dem Aufstellen der Anlagen begonnen werden. "Sobald aber einer der Punkte nicht mit den rechtlichen Vorgaben übereinstimmt und Konflikte zu befürchten sind, gibt es keine Genehmigung", versicherte Rolfes. Durch den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages erhielten die Gemeinden zudem die Möglichkeit, Rahmenbedingungen vorzugeben und jederzeit an der Planung beteiligt zu sein. Damit konnte er bei den Einwohnern aber nicht alle Zweifel ausräumen. Die Befürchtung um den Wertverlust von Immobilien durch die Windenergieanlagen wurden dabei ebenso geäußert, wie der Vorwurf einer mangelnden Informationspolitik durch die Gemeinden. Eine persönliche Ansprache der Betroffenen wäre wünschenswert gewesen, so der Vorwurf eines Einwohners.

Sowohl Gokels Bürgermeister Heiko Hadenfeldt als auch Seefelds Bürgermeisterin Cathrin Hinrichsen wiesen diese Vorwürfe zurück. Für die Einwohner hätte jederzeit die Möglichkeit bestanden, an den öffentlichen Gemeindevertretersitzungen teilzunehmen und sich über den Stand der Dinge zu informieren. Auch sei in der Presse über die Planung berichtet worden. Darüber hinaus diene die Einwohnerversammlung der frühzeitigen Beteiligung der Bürger, bei der Fragen geklärt und Einwände geäußert werden können, die ins Protokoll aufgenommen würden. Dass bis auf die Anwesenden nicht mehr Bürger diese Möglichkeit genutzt hätten, sei bedauerlich, so Hadenfeldt. Öffentliche Auslegungen wie im B-Planverfahren werde es nicht geben. Doch bestehe die Möglichkeit, beim LLUR in Itzehoe einen Termin für die Einsicht in die Unterlagen zu beantragen, erklärte Matthias Frauen.

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