Windkraft: Nübbel sagt wieder "Nein"

919 Stimmzettel: Peter Röschmann (links) Ulf Kalkschmidt und Regina Fredrik zählen genau. Foto: becker (5)
919 Stimmzettel: Peter Röschmann (links) Ulf Kalkschmidt und Regina Fredrik zählen genau. Foto: becker (5)

61 Prozent sprachen sich gestern gegen den Bau von Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet aus / Hohe Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid

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29. Oktober 2012, 07:35 Uhr

nübbel | Hohe Wahlbeteiligung, eindeutiges Ergebnis - eine klare Mehrheit der Einwohner sprach sich in dem Bürgerentscheid gestern gegen Windkraftanlagen in der Gemeinde aus.

1277 Bürger waren zu dem Entscheid aufgerufen worden, 919 gaben ihre Stimme ab, eine Wahlbeteiligung von 72 Prozent. 559 Wahlberechtigte stimmten dafür, keine Flächen für Windkraftanlagen an die Planungsbehörden zu melden. Nur 358 sprachen sich für Windkraftanlagen im Gemeindegebiet aus. In Prozenten ausgedrückt: 61 zu 39, ein eindeutiges Votum.

Als Bürgermeister Rudolf Ehlers als Vorsitzender des neunköpfigen Wahlvorstands den etwa 30 anwesenden Bürgern das Ergebnis bekannt gab, wurde das nahezu ohne Reaktion aufgenommen.

Windkraft in Nübbel - ja oder nein? Diese Frage hat den Dorffrieden in den vergangenen Jahren schwer belastet. Die Vorgeschichte: Die Gemeindevertreter hatten sich im Oktober 2009 für die Ausweisung von Eignungsflächen ausgesprochen. Ein Bürgerentscheid im März 2010 kippte den Beschluss. Die Gemeinde meldete daraufhin keine Flächen für Windkraftanlagen an den Kreis. An diesen Entscheid war die Gemeinde zwei Jahre lang gebunden. Die zwei Jahre sind herum. In der Zwischenzeit hatte die Genossenschaft "Energiepark Nübbel" (EPN) einen Bauantrag für zehn Windkraftanlagen im Gebiet "Ewigkeit" beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) gestellt. Nachdem die Gemeindevertreter zweimal das "gemeindliche Einvernehmen" dazu erteilt hatten, zogen sie dieses zurück. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde und das Amt Fockbek hatten das Einvernehmen als widerrechtlich eingestuft.

Inzwischen hat die EPN beim Verwaltungsgericht Schleswig eine Verpflichtungsklage eingereicht, um die Erteilung einer Baugenehmigung für Windkraftanlagen zu erreichen.

Alexander Hilgendorff und Holger Ohm, die Vorstände der EPN, wollten gestern das Ergebnis des Bürgersentscheids gegenüber der Landeszeitung nicht kommentieren.

Ehlers äußerte gegenüber unserer Zeitung die Hoffnung, dass jetzt Ruhe in der Gemeinde und im Gemeinderat einkehren werde. Leichter werde die Arbeit des Gemeinderats aber nicht. "Wir wollen uns nicht mehr mit Windkraft beschäftigen, aber wenn Bauanträge gestellt werden, müssen wir die auf die Tagesordnung nehmen." Er habe im Kopf, dass der Bürger keine Windkraftanlagen in Nübbel wolle, aber trotzdem könne es sein, dass sich die Gemeindevertretung mit dem Thema beschäftigen müsse.

Er bedauere, dass die Bürger nicht der Auffassung der Mehrheit der Gemeindevertreter gefolgt seien, die in der Wertschöpfung aus Windkraft einen Vorteil für Nübbel sähen.

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