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Landeszeitung

17. Dezember 2017 | 02:13 Uhr

Windkraft-Komponenten als Jobmotor

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Unternehmen Max Bögl will bis zu 500 Arbeitsplätze schaffen / Firmenchef: „Osterrönfeld ist ein idealer Standort für uns“

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Für die Region Rendsburg ist die Bögl-Investition ein Glücksfall. 55 Millionen Euro nimmt das Unternehmen in die Hand, um am Nord-Ostsee-Kanal Windräder-Komponenten herzustellen. Was die Firma in den Norden verschlug und welche Ziele sie verfolgt, erläuterte Unternehmenschef Johann Bögl im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Dirk Jennert.

Herr Bögl, wann haben Sie als Oberpfälzer das erste Mal von der Gemeinde Osterrönfeld gehört?
Das war vor fünf Jahren, als wir hier das Tech-Center von Repower bauen durften. Bürgermeister Sienknecht hat uns damals beim Richtfest erläutert, was hier am Nord-Ostsee-Kanal alles entstehen soll. Schon damals habe ich gedacht: Das wäre auch ein idealer Standort für uns.

Sie haben jetzt den Schwerlasthafen direkt vor der Tür. Haben Sie am Sitz Ihres Stammwerks in Sengenthal ähnlich gute Bedingungen?
Von unserem Stammwerk in Sengenthal bis zum Main-Donau-Kanal beträgt die Distanz etwa zehn Kilometer. Wir sind also stets auf den Transport durch Laster angewiesen. Unser neuer Standort hier im Norden hat den Vorteil, dass wir direkt aufs Schiff verladen können. Wir haben errechnet, dass der Transport unserer Hybridtürme beispielsweise von Osterrönfeld nach Kroatien günstiger wäre als von unserem Stammsitz aus.

Die Bedeutung des Windkraft-Sektors in Ihrem Unternehmen wird nicht zuletzt durch das neue Werk in Osterrönfeld deutlich größer. Welches Umsatzziel streben Sie an?
Insgesamt hat die Firma Max Bögl im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro erwirtschaftet, davon machte der Bereich Windkraftanlagen etwa 350 Millionen Euro aus. Ich gehe davon aus, dass allein diese Summe mittelfristig auf eine halbe Milliarde Euro steigen wird.

Das sagen Sie auch vor dem Hintergrund, dass Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren und den Ausbau dieses Energie-Sektors verlangsamen will?
Ich habe schon manchmal den Eindruck, dass die Politik sehr kurzfristig denkt. Im jetzigen Fall geht es ja darum, den Anstieg der Strompreise zu begrenzen. Ich weise darauf hin, dass Windkraft von allen erneuerbaren Energien die günstigste ist. Mich stört weniger, dass Minister Gabriel den Ausbau der erneuerbaren Energien auf 2,5 Gigawatt pro Jahr begrenzen will. Damit käme ich zurecht. Was ich nicht gutheißen kann, steht im Kleingedruckten. Wenn es tatsächlich Gesetz werden sollte, dass man zu Gebäuden etc. einen Mindestabstand von zwei Kilometern einhalten soll, dann hätten wir im dichtbesiedelten Bayern keine Windkraft mehr.

Sie wollen in Osterrönfeld zum 1. Juli 2014 die Produktion aufnehmen. Wie viele Hybridtürme sollen pro Jahr das Werk verlassen?
Ich gehe von 250 pro Jahr aus. Damit würden wir unsere heutige Produktion knapp verdoppeln.

Und wie viele Arbeitnehmer brauchen Sie dafür?
In einem ersten Schritt benötigen wir 200 neue Mitarbeiter. Wir wollen neben unserer neuen Werkhalle noch ein Bürogebäude errichten. Dort soll die Projektleitung residieren, die sich um die Vermarktung unserer Produkte kümmert. Mittelfristig werden wir in Osterrönfeld 400 bis 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Wie kommen Sie als bayerischer Unternehmer mit der norddeutschen Mentalität zurecht?
Sehr gut. Im Grunde ist es hier wie bei uns: Man redet nicht so viel, aber das, was man sagt, hat Gewicht.

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