Hörsten : Willkommen bei den Fliegern

Reeder, Pilot und Flugplatz-Geschäftsführer: Jörg Köpping (59) am Steuer seiner Citation Mustang.
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Reeder, Pilot und Flugplatz-Geschäftsführer: Jörg Köpping (59) am Steuer seiner Citation Mustang.

Flugplatzfest an Pfingstfeiertagen in Schachtholm. Tausende Besucher erwartet. Betreibergesellschaft schreibt erstmals schwarze Zahlen.

shz.de von
21. Mai 2015, 11:39 Uhr

In zwei Kilometern Entfernung und einer Höhe von wenigen hundert Metern sieht die Start- und Landebahn des Flugplatzes Schachtholm wie ein kleines Handtuch aus. Dennoch können hier Jets landen, so wie die Citation Mustang des Reeders Jörg Köpping. Denn das „Handtuch“ ist 960 Meter lang. Mit exakt 100 Knoten nähert sich das Privatflugzeug dem Zielpunkt, setzt sanft auf und rollt anschließend gemächlich in Richtung Hangar. Vor wenigen Tagen erst war Köpping in Liverpool. Jetzt hat sein Jet Pause – bereit für Besichtigungen während des Flugplatzfestes am Pfingstwochenende (24. und 25. Mai, täglich von 11 bis 18 Uhr).

Zum achten Mal lädt der Flugplatz Schachtholm zu einem zweitägigen Fest ein. Zumindest für den Sonntag ist Sonnenschein pur vorhergesagt. „Bei gutem Wetter haben wir schon mehr als 6000 Besucher gehabt, bei schlechtem Wetter nur 300“, sagt Köpping. Ihm gehören 82 Prozent der Flugplatzgesellschaft, die verbleibenden 18 Prozent werden von der Flugzeugfirma Piper-Deutschland gehalten. Vor acht Jahren hatte sich Köpping in das Abenteuer Flugplatz gestürzt. Damit verhinderte er die Schließung des Betriebes. Seitdem wurde eine Million Euro in die Anlagen investiert und grundlegend modernisiert, zum Beispiel der Hangar an der südwestlichen Grenze des Areals. Das Flugplatzfest diente von Anfang an dazu, den Betrieb und seine Möglichkeiten bekannter zu machen. „Schachtholm hatten bis dahin nur noch wenige Leute auf der Rechnung“, sagt Köpping.

Die Wende ist geschafft. Das Restaurant habe sich einen guten Ruf erarbeitet („Am Wochenende ist hier alles voll, und die Steaks sind erstklassig“), und der im vergangenen Jahr eröffnete Wohnmobilstellplatz zwischen Flugplatz und Kanal trägt ebenfalls zur Wirtschaftlichkeit bei. „Wir schreiben jetzt eine schwarze Null“, sagt der Chef. Damit ist die Zukunft des Flugbetriebes gesichert, was wiederum die Eigner der 50 Maschinen zufriedenstellt, die in Schachtholm beheimatet sind. Das Flugplatzfest wäre also jetzt als Frequenzbringer gar nicht mehr nötig, findet aber trotzdem weiterhin statt. Köpping: „Wir alle haben Freude daran, die Besucher bei uns willkommen zu heißen“.

Und dafür wird Einiges an Aufwand betrieben. Stargast des Festes ist eine Transall des Lufttransportgeschwaders aus Hohn. Sie kann vom Cockpit bis zum Laderaum besichtigt werden. Die Bundeswehr will an einem Informationsstand mit Interessierten ins Gespräch kommen. Die Transall bleibt zwar während der zwei Tage auf dem Boden, auf Rundflüge müssen die Besucher dennoch nicht verzichten: Ein Hubschrauber und mehrere kleinere Maschinen stehen für Ausflüge in den Himmel Schleswig-Holsteins bereit. Wer lieber auf dem Boden bleibt, kann sich die Überflüge der Kunstflugstaffel Gera ansehen oder den Flohmarkt besuchen, für den ein Teil des Flugplatzgeländes freigehalten wird.

Der Besuch des Festes ist kostenfrei, ebenso das Parken auf dem Areal. Die Zufahrt erfolgt über den Parkplatz am Towergebäude / Restaurant, die Abfahrt über den Wohnmobilstellplatz.

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