FDP-Urgestein : Wilken will die „40 Jahre“ schaffen

Die Top-Drei auf der FDP-Liste zur Kommunalwahl: Fritjof Wilken (72, Mitte), Hans Kohlmeyer (61, links) und Dr. Alexander von Bargen (45).
Die Top-Drei auf der FDP-Liste zur Kommunalwahl: Fritjof Wilken (72, Mitte), Hans Kohlmeyer (61, links) und Dr. Alexander von Bargen (45).

Nach 15-jähriger Pause tritt die FDP wieder in Rendsburg an. Ihr Anführer ist seit 1974 in der Ratsversammlung aktiv.

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06. März 2018, 12:04 Uhr

Als Fritjof Wilken erstmals für die Ratsversammlung kandidierte, war Willy Brandt Bundeskanzler, Uwe Seeler erzielte bei der Fußball-WM in Mexiko sein legendäres Tor mit dem Hinterkopf, im Rendsburger Rathaus regierte Hans-Heinrich Beisenkötter, und Pierre Gilgenast ging noch nicht zur Schule. Es war das Jahr 1970.

Wilkens erster Politikversuch schlug fehl. „Ich bin damals am zweiten Listenplatz gescheitert“, erinnert sich der 72-Jährige. Vier Jahre später schaffte er es ins Stadtparlament. Seit 39 Jahren hat Wilken dort ein Mandat inne. Nur einmal setzte er aus, weil die FDP nicht über die Sperrklausel kam. Noch zwei Monate führt der Altliberale die „Liste Wilken – für ein Modernes Rendsburg“ an. Sie ist 2003 nach ihm benannt worden und wird sich zur Kommunalwahl im Mai auflösen. Wilken selbst macht weiter. Er tritt als Spitzenkandidat der FDP in Rendsburg an. Zum ersten Mal seit 15 Jahren wollen die Liberalen wieder im Alten Rathaus mitmischen. Zehn Namen stehen auf der Liste (siehe rechts) – ausnahmslos Männer, deren Alter von 22 bis 72 Jahren reicht. Wilken, Hans Kohlmeyer und Dr. Alexander von Bargen nehmen die ersten drei Plätze ein. In allen 16 Wahlbezirken stellt die FDP Kandidaten auf.

„Ich fühle mich noch fit, möchte meine Erfahrung einbringen und will die 40 Jahre voll machen“, nennt Wilken als Gründe, die Ortspolitik noch nicht hinter sich zu lassen. Drei Ziele haben er und seine Mitstreiter sich gesetzt: Rendsburg sauberer machen, die Finanzen der Stadt konsolidieren und die Führung im Rathaus „professioneller und verlässlicher“ machen, so Wilken. Ein Tadel des pensionierten Konrektors der Schule Altstadt am Chef im Rathaus, Pierre Gilgenast. Von dessen Führungsqualitäten hält Wilken nicht viel, man könnte auch sagen: nichts. „Bei den Direktwahlen müssen wir versuchen, einen Kandidaten aufzustellen, der es kann.“

Unzufrieden ist die FDP auch mit dem städtischen Umwelt- und Technikhof. „Aufbau und Ablauf der Organisation müssen von einem Gutachter überprüft werden.“ Vor allem die Innenstadt müsse sauberer gehalten werden, fordert die FDP. Dafür müssten nicht zwingend neue Mitarbeiter eingestellt werden, das sei auch mit bordeigenen Mitteln und verbesserten Arbeitsabläufen zu schaffen, so Wilken. Die von der SPD geforderte Rückkehr zur Amtsbezeichnung „Bürgervorsteher“ unterstützt Wilken. „Stadtpräsidentin war eine Marotte von Karin Wiemer-Hinz.“ Nur der Senat müsse weiter Senat heißen und nicht wieder Hauptausschuss. „Aus historischen Gründen“, sagt Wilken – und denkt an seine Anfangsjahre zurück. Da gab’s zwar schon den Senat, aber einige seiner Parteifreunde waren noch nicht geboren.

Zehn Namen stehen auf der FDP-Liste zur Kommunalwahl am 6. Mai 2018. Die Liberalen streben nach den Worten von Fritjof Wilken, Vorsitzender des Ortsverbandes Rendsburg, „zwei oder drei Sitze“ in der Ratsversammlung an. 1. Fritjof Wilken, 2. Hans Kohlmeyer, 3. Dr. Alexander von Bargen, 4. Jonas Rathmann, 5. Dr. Fritz-Achim Pinkenburg, 6. Norbert Keserovic, 7. Uwe Mäder, 8. Wilhelm Eggert, 9. Matthias Dobbrunz, 10. Malte Schwarz.

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