Waldgebiet bei Hohn : Wildschwein von Hund ohne Leine provoziert: Halterin schwer verletzt

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Normalerweise sind Wildschweine friedliche Tiere, doch sehen beispielsweise die Bachen ihren Nachwuchs bedroht, reagieren sie aggressiv. (Symbolbild)

Normalerweise sind Wildschweine friedliche Tiere, doch sehen beispielsweise die Bachen ihren Nachwuchs bedroht, reagieren sie aggressiv. (Symbolbild)

Förster warnt: Gerade im Frühjahr sollten sich Hundehalter unbedingt an Verhaltensregeln halten.

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04. Mai 2020, 15:10 Uhr

Hohn | Eine Spaziergängerin ist bei einem Wildunfall lebensgefährlich verletzt worden. Sie wurde von einem weiblichen Wildschwein im Waldgebiet Mösch, beim Hohner Tanklager, ins Bein gebissen. Die Bache war von dem unangeleinten Hund der Frau aufgescheucht worden und attackierte ihn, um ihre Frischlinge zu schützen.

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Die Halterin wurde bei dem Versuch, ihrem Hund zu helfen schwer verletzt und konnte sich nicht allein helfen. Eine Reiterin fand die Verletzte und alarmierte den Notarzt.

Bachen gehen in den Verteidigungsmodus

Nach Aussage von Hegeringleiter Peter Stechmann, gibt es eine hohe Anzahl von Wildschweinen im Bereich Sophienhamm/Bargstall im Hartshooper Moor. Hier wurden 2018/2019 etwa 50 Schweine erlegt, während es in den Jahren davor maximal zehn zehn Wildschweine waren. Für optimale Lebensbedingungen der Wildtiere sorgen die milden Winter. Außerdem bieten die Maisfelder im Sommer den Wildschweinen Schutz und ausreichend Futter.

Grundsätzlich sind Wildschweine friedliche Tiere. Sie haben Angst vor dem Menschen und sind nicht aggressiv. Wildschweinangriffe sind im Frühjahr, zwischen März und Mai, am wahrscheinlichsten. Denn dann sind die Bachen mit ihren Frischlingen unterwegs und im Verteidigungsmodus: Sieht die Mutter ihren Nachwuchs bedroht, greift sie an und verteidigt ihn mit dem Leben.

Gefahren für beide Seiten

Um Wildtiere zu schützen und solche Unfälle zu vermeiden, gelten für Hundehalter Verhaltensregeln: Die Spaziergänger sollten mit ihren Hunden auf den Wegen bleiben und das Haustier zum Schutz der Wildtiere anleinen. Jeder Kontakt und auch nur der Geruch der Hunde verursacht nämlich Stress bei den Wildtieren und führt gerade zur Brut- und Setzzeit oftmals zum Tod der Tiere. Verfolgt der Hund ein Wildtier, kann es außerdem zu Verkehrsunfällen durch gehetzte Tiere kommen.

Gereizte Wildschweine können zum Angriff übergehen und sorgen mit ihren scharfen Eckzähnen für gefährliche Schnittwunden und Knochenbrüchen bei Mensch und Tier. Zudem können sich freilaufende Hunde mit Wildkrankheiten wie Fuchsbandwurm, Staupe oder Räude anstecken.

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