Wildes Zelten ausdrücklich erlaubt

Aufbruch zur letzten Etappe: Maxie Schrinner, Ernestine Putz und Marion Schlüter (von links) übernachteten auf ihrer Rückfahrt von Dänemark nach Kiel auf dem Kolonistenhof.  Fotos: Messerschmidt
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Aufbruch zur letzten Etappe: Maxie Schrinner, Ernestine Putz und Marion Schlüter (von links) übernachteten auf ihrer Rückfahrt von Dänemark nach Kiel auf dem Kolonistenhof. Fotos: Messerschmidt

Idee für das Projekt stammt von der Stiftung Naturschutz / Kolonistenhof in Neu Duvenstedt lädt zu Zwischenstopps ein

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26. August 2018, 13:05 Uhr

Von dem Ort Neu Duvenstedt haben die drei Studentinnen bisher noch nichts gehört, auch nicht vom Naturerlebnisraum Kolonistenhof, der sich dort befindet. Bei der Planung ihrer gemeinsamen Fahrradtour von Kiel ins dänische Sonderburg sind Maxie Schrinner (23), Ernestine Putz (19) und Marion Schlüter (20) auf das idyllisch gelegene Dorf inmitten der Hüttener Berge gestoßen. Der Kolonistenhof ist einer von aktuell rund 20 wilden Übernachtungsplätzen in Schleswig-Holstein. So lassen such mehrtägige Wanderungen durch das Land zusammenstellen.

Die Idee für das Projekt stammt von der Initiative „Wildes Schleswig-Holstein“ der Stiftung Naturschutz, die auch die meisten Flächen zur Verfügung stellt, der Kolonistenhof ist einer von wenigen privaten Flächeneigentümern. Das Angebot richtet sich an Touristen und Einheimische, die naturnah unterwegs sind – also mit dem Fahrrad oder zu Fuß. In Ländern wie Schweden oder auch Norwegen gilt das Jedermannsrecht. Jeder darf sich zu Fuß oder auf dem Fahrrad frei in der Wildnis bewegen. Dazu gehört auch das Übernachten: Jeder darf dort grundsätzlich in der Natur sein Zelt aufschlagen und mindestens für eine Nacht bleiben. In den meisten anderen europäischen Ländern ist das dagegen nicht so einfach – auch nicht in Deutschland.

Die rund 20 auf der Karte eingezeichneten Orte versprechen Wanderern eindrucksvolle Naturerlebnisse, die schnelle Auszeit und Ruhe – ohne Kosten. Es gibt aber auch Regeln auf den Plätzen: Sie sollten Raum für ein bis zwei kleine Zelte mit jeweils bis zu drei Personen bieten. Größere Gruppen sind nicht erwünscht und es ist lediglich eine Übernachtung erlaubt. Offenes Feuer ist nicht gestattet – ebenso wenig ein Verschmutzen der Natur.

Thomas Hirsch, Leiter des Kolonistenhofes, hat die Fläche hinter dem Backhaus gerne für das Projekt zur Verfügung gestellt. Und der Platz werde gut angenommen. „Zwei- bis dreimal die Woche schlägt hier jemand sein Zelt auf“, berichtet er. Vor allem Fahrradwanderer nutzen dieses Angebot, um bei ihren Touren durch Deutschland kostenlos übernachten zu können. Aber bei ihrem Zwischenstopp können die Reisenden auch eine Menge entdecken. So bietet der Kolonistenhof eine interessante Ausstellung über die Entstehung der Landschaft sowie die Tier- und Pflanzenwelt, eine Baumkirche und einen Skulpturenweg.

„Der Kolonistenhof ist ein Traum“, sagt Maxie Schrinner. Die herrliche Lage und auch die Infrastruktur seien einmalig – es gibt Duschen, Toiletten, fließend Wasser. Die drei Lehramtsstudentinnen haben sich vor knapp zwei Jahren an der Kieler Universität kennen gelernt, Maxie Schrinner kommt aus Berlin, Marion Schlüter aus Henstedt-Ulzburg und Ernestine Putz aus der Uckermark. „Wir wollten auf diese Weise Schleswig-Holstein kennenlernen“, sagt Marion Schlüter.

Drei wilde Plätze haben die drei Lehramtsstudentinnen bei ihrer rund 350 Kilometer langen Radtour besucht. „Als wir den Aufstieg zum Kolonistenhof sahen, waren wir schon am Verzweifeln“, aber Ausblick und Landschaft des Naturerlebnisraumes hätten sie dann für die Strapazen entschädigt.

>www.wildes-sh.de

>www.kolonistenhof.de

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