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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 16:31 Uhr

Rendsburg : Wieder Probleme mit den Krähen

vom

Anwohner berichtet über Verschmutzung und Lärmbelästigung. "Es sind tolle Vögel, aber sie gehören nicht ins Wohngebiet.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 09:10 Uhr

rendsburg | Verstreuter Müll auf den Straßen, gellender Lärm, zugekotete Autos und Grünflächen sowie tote Jungvögel - Ernst-Heinrich Bock reicht es. "Das Vollkoten ist das schlimmste", sagt er. Besonders zu leiden hätten die Kitas um die Ostlandstraße. Außerdem würden die Tiere die Mülltüten zerpflücken. "Wenn ich gegen 7.15 Uhr die gelben Säcke raus stelle, sitzen die Krähen auf den Dächern und beobachten mich. Sobald ich im Haus bin, reißen sie die Beutel auf und suchen nach Essbarem." Aber auch der Lärm sei nicht zu unterschätzen. Zwischen 7 und 8 Uhr sei es am schlimmsten. Außerdem würden die Krähen andere Jungvögel töten. "Das habe ich selbst gesehen", so Bock. "Außerdem finde ich die toten Vögel unter ihren Nestern in meinem Garten."

Seit drei Jahren hat er eine Zunahme der Krähen und ihrer Nester beobachtet. Früher hätten viele in den hohen Bäumen auf dem Gelände der Feldwebel-Schmid-Kaserne gebrütet, aber seitdem die Bäume dort gefällt wurden, konzentrierten sich die Vögel auf das Wohngebiet. Bock hat sich Lärmin strumente gebaut, um die lästigen Vögel zu vertreiben: Zwei Bretter, die mit einem lauten Knall zusammengeschlagen werden. Der Erfolg war mäßig. "Aber immerhin habe ich so erreicht, dass die Tiere nicht in meinem Garten brüten."

Petra Hoffmann, Leiterin der Villa Kunterbunt, kann Bocks Beobachtungen nicht bezeugen. "Ich kann nicht bestätigen, dass der Spielplatz zugekotet ist." Man höre mal die Krähen schreien, aber das sei normal. "Ich hätte nicht von einer Plage gesprochen", so Hoffmann. Für den Müll habe die KiTa eine gute Lösung gefunden. "Bei uns selber haben wir einen Müllplatz." Auf Anraten der Reinigungskraft sei ein Deckel befestigt worden. "Weder Katzen noch Vögel kommen ran."

Auch Kirsten Erzmoneit, Leiterin des Stadtteilhauses, hat kein großes Problem mit Krähen ausgemacht. "Mir selber ist nichts zu Ohren gekommen." Allerdings sei ab und zu der Rasen durch Vogelkot verschmutzt.

Direkte Beschwerden habe es nicht gegeben, nur allgemeine Anfragen wegen Krähen im gesamten Stadtgebiet, sagt Matthias Galow, Leiter Fachdienst Ordnung und Verkehr. "Krähen sind besonders geschützt. Selbst wenn man sie vergrämen wollte, bräuchte man eine Sondererlaubnis", so Galow. Und selbst dann sei der Erfolg fraglich. In Rotenhof und der Parksiedlung habe es teure und aufwändige Aktionen gegeben. "Mit Glück bekommt man einen Bereich frei, aber das Problem entsteht dann an anderer Stelle und dann gibt es da Beschwerden", so Galow. "Man kann im Prinzip das Problem nur verlagern."

Ernst-Heinrich Bock möchte das Thema "Krähen" am nächsten Mittwoch beim Stadtteilgespräch ansprechen. Er sagt: "Krähen sind tolle Tiere, aber sie gehören nicht in die Wohngegend."

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