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Wieder 40 Plätze für die kleinen "Dänen"

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Gemeinde Ascheffel kippt Beschluss / Ausnahmeregelung für dänischen Kindergarten

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Ascheffel | Viele Eltern warteten am Dienstagbend gespannt auf den Anruf von Linda Skrydstrup. Die Leiterin des dänischen Kindergartens musste zuvor viele von ihnen bei der Zusage für einen freien Kindergartenplatz vertrösten. Grund war die Bedarfsplanung der Gemeinde Ascheffel, die in ihrer Sitzung am 1. August beschlossen hatte, die Gruppenstärke im dänischen Kindergarten auf 30 und im nächsten Jahr auf 20 "einzufrieren". Dem Antrag des dänischen Schulvereins, auf eine Ausnahmegenehmigung für 40 Kinder, wurde nicht stattgegeben. Die Aufregung insbesondere bei den berufstätigen Eltern war groß. Der sicher geglaubte Kita-Platz schien verloren.

Am Dienstagabend hat die Gemeindevertretung ihren Beschluss in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig gekippt. Vorausgegangen waren Gespräche mit dem Schulverein, dem Amt und der Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde, in der eine Finanzierungsvereinbarung ausgehandelt wurde, um Risiken für die Gemeinde zu minimieren.

In einer eingangs vorgelesenen Erklärung erläuterte Bürgermeister Günther Petersen, die Intention, die hinter dem Gemeinderatsbeschluss von damals stand. Petersen wies auf das Kindertagesstättengesetz hin, nach dem die Gemeinden verpflichtet seien, den kommunalen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu ermitteln und danach über den Bedarfsplan zu entscheiden haben. "Die uns vorliegenden Zahlen zeigen deutlich, dass der Bedarf an Kita-Plätzen rückläufig ist und unserer kommunaler Kindergarten "Hummelnest" nicht mehr vollständig ausgelastet sein wird", sagte Petersen. Daher sei festgestellt worden, dass es objektiv keinen zusätzlichen Bedarf an Betreuungsplätzen gebe.

Eine Zustimmung zu den 40 Betreuungsplätzen hat es aber nur im Zusammenhang mit einer Finanzierungsvereinbarung gegeben. Denn sollte der dänische Kindergarten nicht ausgelastet sein, müsste Ascheffel für die Unterdeckung bei den Betriebskosten aufkommen. Selbst bei der geplanten baulichen Erweiterung des Kindergartens hätte Ascheffel finanziell herangezogen werden können. "Es kann nicht die Aufgabe einer einzelnen Gemeinde sein, das finanzielle Risiko einer überörtlichen Einrichtung zu tragen", betonte Petersen. Dieses Risiko ist der Gemeinde durch die neue Vereinbarung genommen worden.

Kita-Leiterin Linda Skrydstrup war im Anschluss an die Sitzung froh über das Einlenken der Gemeinde. Sie betonte, dass es nie das Anliegen gewesen sei, den dänischen Kindergarten und das "Hummelnst" gegeneinander auszuspielen. Die teils sehr emotionalen Reaktionen der Eltern bedauerte auch Wolfgang Bradtke, Leiter der dänischen Schule. Letztlich hätte sich aber der diplomatische Weg, die Gespräche am runden Tisch, durchgesetzt.

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