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Landeszeitung

14. Dezember 2017 | 05:26 Uhr

Wie viel Wasser braucht das Moor?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Straßen nahe dem Wilden Moor werden in Mitleidenschaft gezogen / Kontroverse zwischen Landwirten und Tierschützern

Das Wilde Moor im Süden der Gemeinde Osterrönfeld umfasst 500 Hektar Grünland und Moorflächen. Im Laufe der letzten 35 Jahre sind unter der Regie des Unabhängigen Kuratoriums Landschaft Schleswig-Holstein (UKLSH) etwa 200 Hektar wiedervernässt worden. Ob dem Gebiet jetzt wieder Wasser entzogen werden soll, wird kontrovers diskutiert.

Die Gemeinde sorgt sich um den Zustand einer unbefestigten Straße, die durch den hohen Wasserstand im Moor dauerhaft gefährdet sein könnte. Diese Wege werden von Landwirten genutzt, um auf ihre Flächen zu gelangen. Private Eigner von Moorparzellen fordern, teils aus jagdlichen Interessen, eine Absenkung des Wasserspiegels. Naturschützer halten dagegen, dass durch eine Senkung des Wasserspiegels die Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt werde.

Das Anliegen der Gemeinde sei, den Wegekörper der Moordämme zu erhalten, betonte Bürgermeister Bernd Sienknecht bei einem Ortstermin im Wilden Moor. Man wolle die Fahrstraßen durch das Moor stabiler machen. „Durch das Aufstauen des Wassers werden die Wege in Mitleidenschaft gezogen.“ Das führe dazu, dass immer wieder kostspielige Ausbesserungen nötig seien.

Im Planungs- und Umweltausschuss in Osterrönfeld wurde am Montag darüber beraten, wie mit den unterschiedlichen Vorstellungen von Naturschützern, Landwirten, privaten Eigentümern und der Gemeinde umgegangen werden soll. Angelika Bretschneider – beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zuständig für den Hochmoorschutz – übernahm dabei die Moderation. „Es wurde deutlich, dass wir keine Einzelaktionen brauchen, sondern ein Gesamtkonzept“, stellte Sienknecht fest. Das soll von einem externen Planungsbüro erstellt werden. Die Projektträgerschaft dafür übernimmt die Gemeinde. Die finanziellen Mittel könnten von der Stiftung Naturschutz kommen. „Aus dem Moorschutzfonds kann die Gemeinde Geld beantragen“, bestätigte Angelika Bretschneider.

Sienknecht hofft auf eine Lösung, die von Nutzern und Naturschützern getragen wird. „Das kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten an einen Tisch kommen.“ In ihrer nächsten Sitzung am 18. September sollen die Gemeindevertreter einen Grundsatzbeschluss zu dem vom Umweltausschuss empfohlenen Vorgehen fassen. „Denn da ist Druck auf dem Kessel“, so Sienknecht.

Den Bau eines Fuß- und Radweges von der Straße Aukamp entlang des Bahndamms bis zum Aspelweg hat die Gemeinde bereits beschlossen. Der Planungs- und Umweltausschuss sprach sich dafür aus, diese Verbindung bis zu den Straßen Lüttmoor und Ostener Ring zu verlängern.

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