Wie kommt das Salz ins Meer?

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17. August 2010, 03:59 Uhr

Wer schon einmal einen Tagestrip an die Nordsee gemacht hat, der weiß: Das Meer schmeckt salzig. Aber warum eigentlich?

Die Erdoberfläche besteht zu 71 Prozent aus Wasser, daraus ergeben sich 97 Prozent Salzwasser und nur drei Prozent Süßwasser. Wenn es auf dem Festland regnet, sickert das Wasser in die verschiedenen Gesteins- und Bodenschichten. Auf diesem Weg löst es Salze und Mineralien aus den Gesteinen.

Ein Fluss löst weitere Mineralien aus dem Flussbett

Wenn später das Regenwasser als Bach entspringt und vielleicht nunmehr auch zur Größe eines Flusses heranwächst, so trägt es noch immer jene gewonnenen Salze mit sich. Während sich das Wasser also seinen Weg zum Meer ebnet, nimmt es weitere Mineralien aus dem Flussbett auf. „Das gewonnene Salz ist jedoch noch nicht in einer Konzentration vorhanden, in der man es aus dem Wasser herausschmecken könnte“, so Dr. Gerd Hoffmann-Wieck vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel. Die Summe der beförderten Salze sorgt für einen erheblichen Anstieg der Konzentration.

Salz ist der Motor für unsere Meeresströmungen

Was wenige wissen: „Der Salzgehalt unserer Meere und die Temperaturen der jeweiligen Gefilde dienen als Motor für unsere Meeresströmungen“, betont der Meeresgeologe. In den polaren Gebieten des Nord- und Südatlantik, auf der Höhe von Grönland und des Wedelmeeres in der Antarktis ist das Wasser sehr kalt, extrem salzig und nährstoffreich. Hier bildet sich Meereis.

Bei diesem Prozess gefriert aber nur das Wasser, das Salz wird frei und steigert so die Salzkonzentration des umgebenden Meerwassers, das dadurch schwerer wird. Dieses sehr kalte und salzhaltige Meerwasser fällt in den Polargebieten in die Tiefsee herab und saugt das umgebende Meerwasser nach. Dieser Prozess ist der Motor für das globale System der Meeresströmungen, das unser Klima intensiv beeinflusst. Man vermutet, dass ein Wassertropfen, der im Nordatlantik auf die Reise geht, etwa nach 1000 Jahren nach seiner Reise durch Atlantik, Indik und Pazifik wieder im Nordatlantik ankommt. Es begeben sich somit hohe Anteile an Mineralien und Salzen auf eine Reise durch die großen Ozeane dieser Erde.

50 Billiarden Tonnen Salz in den Weltmeeren

Man vermutet, dass sich unvorstellbare 50 Billiarden Tonnen Salz in den Weltmeeren befinden. Im Gegensatz zu manch einer unserer Suppen sind die Meere jedoch nie versalzen. Experten nehmen an, dass die im Meer enthaltenen Salze entweder sedimentiert oder von Tieren in ihre Skelette eingebaut werden.

Wenn Sie nun also gerade Ihr Frühstücksei salzen und nebenbei diesen Artikel lesen, so denken Sie daran, dass Sie möglicherweise im nächsten Moment einen Hauch Atlantik schmecken.

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