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Bokel : Wie ein Freibad schwarze Zahlen schreibt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Unbeschwert Plantschen in Bokel: Als einzige in der Region fährt die Anstalt keine Verluste ein.

von
erstellt am 11.Mär.2016 | 06:00 Uhr

Viele Freibäder in der Region kämpfen mit den roten Zahlen und damit um ihre Existenz – die Bokeler Badeanstalt steht hingegen als einzige auf stabilen Füßen. Maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt ist Bernhard Struve als Vorsitzender des Fördervereins. Sein Rezept für ein wirtschaftliches Freibad besteht unter anderem aus viel Eigeninitiative der Bürger, stabilen Preisen und Einnahmen durch Werbeflächen im Bad. Struve hat vor 14 Jahren gemeinsam mit weiteren Mitgliedern den Förderverein „Alle“ („Aktion Land-Lebensqualität erhalten“) gegründet. Nun gibt er sein Amt ab.

Die Idee zu dem Verein sei „aus einer Bierlaune heraus“ entstanden, erinnert sich Struve an die Anfangszeit zurück. Als der Erhalt des Freibads auf der Kippe stand, wurde zunächst eine Bürgerinitiative gegründet. „Wir wollten sehen, ob das Dorf überhaupt hinter der Entscheidung steht und sich die Bürger für das Bad interessieren“, berichtet Bernhard Struve. Um sich ein genaues Bild zu machen, wurden die Einwohner befragt. „Und mehr als 90 Prozent waren dafür.“ Aus der Bürgerinitiative entstand im September 2002 schließlich der Förderverein „Alle“. Gemeinsam mit den sieben Vorstandsmitgliedern sowie dem Rückenwind der Kommunalpolitiker und der Bürger hatte der Verein ein klares Ziel vor Augen: Den Erhalt des Freibades. „Dabei ging es uns vor allem darum, die Wohnqualität im Dorf zu erhalten“, berichtet Struve, „um dieses Ziel zu erreichen, reicht es aber nicht, einen Verein zu haben. Da braucht man dann eben auch die Unterstützung der Bürger im Dorf, um das gemeinsam zu wuppen.“

Mit viel Eigenarbeit wurde das Freibad schließlich saniert. Und genau da sieht Struve den Erfolg der Einrichtung. „Wir sind alles unterschiedliche Leute, haben unterschiedliche Fähigkeiten. Vom Handwerker bis hin zum Juristen war alles vertreten. So haben wir es schließlich geschafft.“ Jegliche Vorhaben rund um das Freibad liefen dabei von vornherein transparent ab. „Es nützt nichts, alles im Geheimen zu planen. Es ist wichtig, dass alle integriert werden“, so der 56-Jährige. Die große Sanierung von Oktober 2006 bis Mai 2007 sei für ihn der größte Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte gewesen. „Jedes Wochenende standen ehrenamtliche Helfer auf der Baustelle. Der Einsatz war überwältigend.“

Dass das Freibad finanziell gut aufgestellt ist, liege aber nicht nur an den Einsatz vieler Ehrenamtler. „Unsere Eintrittspreise sind seit zehn Jahren stabil“, betont Bernhard Struve. Es ginge nicht, die Kosten auf die Besucher zu übertragen. „Da verschreckt man eher viele.“ Werbebanner im Bad bringen zusätzlich feste Einnahmen. Kooperationen mit Schulen und Nachbargemeinden bestehen seit Jahren. Und weiß der Förderverein mal nicht weiter, steht die Gemeinde geschlossen dahinter. „Die Zusammenarbeit wird groß geschrieben bei uns“, so Struve, „zudem haben wir unser Ziel über all die Jahre nie aus den Augen verloren und immer neue Ideen eingebracht.“ So finden mittlerweile viele Aktionstage im Freibad statt, Kurse werden angeboten und in diesem Jahr wird dort sogar die erste Hochzeit gefeiert. Auch über Nachwuchsprobleme kann sich der Verein nicht beschweren. „Seit der Sanierung haben wir einen guten Zulauf.“ Vor allem DLRG-Mitarbeiter, freut sich Struve über den Beliebtheitsgrad des Bokeler Freibades.

An seine Zeit als Vorsitzender denkt Bernhard Struve gern zurück. „Ich würde es jeder Zeit wieder mit den gleichen Leuten machen.“ Dennoch ist für ihn nun die Zeit gekommen, das Zepter weiterzugeben. In der heutigen Jahresversammlung um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus wird ein neuer Vorsitzender gewählt. „Ich bin vor Kurzem nach Nortorf gezogen“, berichtet Struve, „zudem wird es nun auch Zeit, die Arbeit in jüngere Hände zu geben.“ Dass das Freibad auch in 20 Jahren noch steht, davon sei er felsenfest überzeugt. „Ich weiß, dass mein Nachfolger und auch die anderen Vorstandsmitglieder grandiose Arbeit leisten werden und alles tun, um das Freibad am Laufen zu halten.“ Dem neuen Vorsitzenden wünsche er stets eine glückliche Hand. Und Bernhard Struve verspricht: „Wenn es einmal eng wird, bin ich jederzeit bereit zu helfen. Zwar verlasse ich nun das Boot, aber ohne mich wird es nicht untergehen.“

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