Fockbek : Wie ein Aal zum Namensgeber wurde

Luftansicht des „Aalversupers“ heute. Die Struktur von früher ist erhalten geblieben.
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Luftansicht des „Aalversupers“ heute. Die Struktur von früher ist erhalten geblieben.

Das Fockbeker Restaurant „De Aalversuper“ war früher Raststätte für Durchreisende.

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22. Juni 2015, 11:14 Uhr

Treffpunkt der Dorfbewohner und Heimstatt auf Zeit für Durchreisende – in den Gasthöfen der Region kommen seit jeher viele Menschen zusammen. Wir stellen die Häuser mit Geschichte in einer Serie vor. Heute: „De Aalversuper“ in Fockbek.

Strafe muss sein, dachten sich einst die Fockbeker, als sie sich entschieden, einen Aal zu ersaufen – auf plattdeutsch: zu versupen. Sie verdächtigten das Tier, eine Tonne Heringe, die im Fockbeker See ausgesetzt wurden, aufgefressen zu haben. Die Fische sollten im Herbst abgefischt und verkauft werden. Als das Wasser jedoch aus dem See abgelassen wurde, war nur noch ein einziger, dicker Aal übrig. Ihn sollte der Tod durch Ertrinken ereilen. Im Wasser jedoch ringelte er seinen Schwanz und schwamm davon.

Was damals für Hohn und Spott sorgte, ist heute die bekannteste Sage in Fockbek – und Namensgeber des Restaurants und Hotels „De Aalversuper“. Seit 1789 ist die Gaststätte in der Rendsburger Straße nachweisbar, könnte aber durchaus älter sein. Seit 1997 sind Uwe Heinrich und Hartmut Lange Inhaber. Seitdem gehört auch ein Drei-Sterne-Hotel zu dem Gastronomiebetrieb. Ein großer Festsaal bietet Platz für bis zu 100 Gäste. „Ganz besonders ist das Runddach in unserem Saal. Er ist einer der ältesten in ganz Schleswig-Holstein“, weiß Uwe Heinrich. In dem Raum, in dem sich auch eine Bühne befindet, finden regelmäßig Veranstaltungen statt. „Bei der ‚Rock Christmas Dinnershow‘ haben wir sogar einen Weltstar der Ten Tenors, Andrew Carrington, zu Gast. Das ist immer ein richtiges Gänsehaut-Feeling“, so Heinrich. Während sein Partner Hartmut Lange für den Service zuständig ist, kümmert sich Uwe Heinrich um die Küche. Täglich bereitet er mit seinen Mitarbeitern zwei Mittagstisch-Gerichte zu. Auf der Karte stehen vor allem die rustikale holsteinische Küche und internationale Gerichte. „Wir verwenden wann immer möglich regionale Produkte und kochen daher saisonal“, so Heinrich. Auch vegane und vegetarische Gerichte bereitet er auf Wunsch zu und berücksichtigt Unverträglichkeiten. Fisch und Fleisch kommen aus kontrollierten und nachhaltigen Aufzuchten. Für seine Gäste kocht der gebürtige Nordrhein-Westfale auch Gerichte, die ihm selbst fremd waren. „Im Oktober gibt es immer Mehlbüdel mit Schweinebacke, Backobst, Salzkartoffeln und Senfsoße. Das kannte ich vorher gar nicht“, erzählt er. Fockbeks Bürgermeister Holger Diehr weiß genau das zu schätzen: „Ich finde es klasse, dass man im ‚Aalversuper‘ heimische Gerichte bekommt und so Traditionen wahrt.“ Außerdem hält er es für eine tolle Sache, „dass sich das Restaurant mit seinem Namen auf die alte Sage des Aalversaufens bezieht.“

Bis 1997 hieß die Gaststätte „Zur Börse“. Woher der Name stammt, sei nicht überliefert, so Diehr. Nahe liegt jedoch, dass er sich auf einen Viehmarkt bezieht: Das Restaurant lag früher an einer Durchfahrt für Fuhrwerke von Bauern und Viehhändlern aus westlich gelegenen Dörfern. Sie machten auf dem Weg vom und zum Rendsburger Viehmarkt, der Börse, Rast und genehmigten sich das ein oder andere Glas Bier und Köm. Auch heute noch gehören Reisende zu den Gästen. „Unser Hotelbetrieb ist hervorragend belegt. Weil wir im Rendsburger Randgebiet liegen, sind unsere Preise etwas günstiger, Qualität und Ausstattung allerdings sehr hoch“, so Heinrich. So wird es „De Aalversuper“ sicher noch sehr lange geben.

> Weiteres unter www.deaalversuper.de

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