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Wichtiger Schritt in Richtung Energiewende

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Schulverband Hanerau-Hademarschen und Todenbüttel baut ein Fernwärmenetz auf. Die Schule in Hanerau-Hademarschen soll zukünftig Strom und Wärme von einer Biogasanlage kriegen. Die Eingänge der Sporthalle werden mit Vordächern versehen.

Die Sporthalle am Schulstandort Hanerau-Hademarschen stand gleich in zweifacher Hinsicht im Fokus der jüngsten Versammlung des Schulverbandes Hanerau-Hademarschen und Todenbüttel. Zum einen ist sie Dreh- und Angelpunkt beim Aufbau eines seit längerem geplanten Fernwärmenetzes, zum anderen sollen die drei Eingänge zu den Umkleideräumen mit Vordächern versehen werden.

Um die Abwärme bei der Stromerzeugung der Biogasanlage von Hauke Scheel und Projektpartner Christian Tepker in Steenfeld sinnvoll zu nutzen, soll im nächsten Jahr in Hanerau-Hademarschen mit dem Aufbau eines Fernwärmenetzes begonnen werden. Geplant ist, die Schule und Sporthalle sowie die Wohnblöcke und Haushalte im Bussard- und Falkenweg mit der Fernwärme zu versorgen. Der Schule mit der Sporthalle käme dabei eine Schlüsselrolle als Großverbraucher und Hauptabnehmer zu, die notwendig ist, um das Projekt wirtschaftlich betreiben zu können. Nachdem im Bauausschuss des Schulverbandes mehrere Angebote und Varianten diskutiert, und von einem unabhängigen Ingenieurbüro geprüft wurden, entschied sich der Schulverband für die Variante „Fernwärmelieferung in Zusammenhang mit einem Mini-Blockkraftheizwerk (BKHW) bei der Sporthalle“. „Dadurch bleibt die Schule energetisch autark und kann sich selbst mit Strom und Wärme versorgen, gleichzeitig dient sie als Grundlast für den Netzaufbau mit Signalwirkung in Richtung Anlieger der Straßenzüge, sich der Fernwärmelieferung anzuschließen“, erklärte Jochen Thomsen von der Unternehmensberatungsgesellschaft Treurat und Partner. Ein Ausbau mit Anschluss weiterer Straßenzüge sei geplant, insgesamt könnten 100 Haushalte mit der Wärme versorgt werden. „Für den Schulverband ist das die günstigste Variante der Wärmeversorgung, zumal die Heizungsanlage in der Sporthalle aufgrund ihres Alters abgängig ist und beizeiten hätte ersetzt werden müssen“, ergänzte Otto Harders, Vorsteher des Schulverbandes, die Entscheidung. Damit gehe die Gemeinde Hanerau-Hademarschen einen wichtigen Schritt in Richtung Energiewende. Die Wärme der Biogasanlage von Hauke Scheel werde sinnvoll genutzt, die Nutzer profitieren von stabilen Preisen und einer regenerativen Vollversorgung unabhängig von Öl oder anderen fossilen Brennstoffen, warb Thomsen für das Projekt.

Entwürfe eines Wärmeliefervertrages und eines Pachtvertrages für die Heizungsanlagen in Schule und Sporthalle lagen den Verbandsmitgliedern vor. Den Fernwärmelieferanten wird dabei zugestanden, bis Mitte Februar 2014 zu entscheiden, ob die Gesamtmaßnahme realisiert werden kann. Sollte das der Fall sein, könne bis zum Sommer mit dem Bau der Versorgungsleitungen begonnen werden, der Anschluss im Bussardweg erfolgt im Zusammenhang mit der gesamten Ausbaumaßnahme der Straße. In den Sommerferien könnte dann der Anschluss der Schule an das Fernwärmenetz erfolgen.

Diskussionsbedarf bestand noch bei den Kosten für den Bau von drei Vordächern im Bereich der Eingänge zu den Umkleideräumen der Sporthalle. Nachdem auch für diese Planung in den vergangenen Sitzungen mehrere Vorentwürfe vorgelegt wurden, empfahl der Bauausschuss, jeden der Eingänge mit einem eigenen Vordach zu versehen. Kostenpunkt: 56 727,30 Euro. Das erschien einigen Mitgliedern zu teuer und stellten die Notwendigkeit der Maßnahme in Frage. Bauausschuss-Vorsitzender Jörg Hommel wies darauf hin, dass die Vordächer nicht nur die Schüler vor der Witterung schützen sollen, sondern auch im Winter die Last des vom Dach herabfallenden Schnees aushalten müssen, weshalb die Bauweise entsprechend stabil sein müsse. Bei vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen, stimmten die Verbandsmitglieder dem Beschlussvorschlag zu.

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