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Rund ums schaf - Folge 6 : Wettersberger Wollwerkstatt: Total verfilzt

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Warmes Wasser und Seife braucht man, ein bisschen Gefühl, dann sehr viel Kraft. Filzen ist eigentlich ganz einfach. Aber Ideen braucht man auch – so wie Inken Jensen-Klose aus Haale.

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erstellt am 11.Jan.2016 | 14:40 Uhr

Das Huhn ist nach einem eigenen Entwurf entstanden. Für das Pferd „Emilia Galoppi“ waren Zeichnungen ihrer Tochter die Vorlage. Und sehr beliebt sind die kleinen Meerjungfrauen: Ihr geschwungener Schwanz schmiegt sich stützend um den menschlichen Nacken. Bunt und fröhlich sind die Werke von Inken Jensen-Klose. Ob Spinnen, Weben oder Stricken – Wolle hat sie schon in vielfältiger Form verarbeitet. Als sie dann das Filzen entdeckte, war es endgültig um sie geschehen. Sie schwärmt von „den vielen Möglichkeiten, die man hat“. Filzen lernen nach Buch sei schwierig, sagt sie. Besser sei ein Kursus. Auch Kinder lieben es. „Alles, was man benötigt, sind heißes Wasser, Wolle, Seife und jede Menge Ideen“, lacht sie.

Anfangs wird die Seifenlauge in die Wolle eingearbeitet. „Man muss ganz vorsichtig streicheln“, erklärt die Expertin. Es ist ein sinnlicher Vorgang, der viel Zeit zum Nachdenken mit sich bringt. Die Wollfasern verhaken sich aufgrund ihrer Schuppenstruktur ineinander. Damit dann ein festes Material entsteht, wird im zweiten Schritt mit viel Kraft gewalkt. Die Bewegung ist es, die die Fasern verfilzen lässt. „Man kann Wolle heiß waschen“, erklärt die Expertin. Das ließe sie nicht einlaufen. „Aber man darf sie dabei nicht bewegen.“ Das ist jedoch in der Waschmaschine der Fall und führte schon vielfach dazu, dass manches gute Stück auf Kindergröße geschrumpft ist. So würden einige Wolle kaufen, etwas daraus herstellen, es in die Waschmaschine schmeißen und als Filz wieder herausholen. „Das bezeichne ich nicht als filzen“, sagt Inken Jensen-Klose. Filzen sei Handarbeit.

Nicht jede Wolle ist gleich gut dafür geeignet. „Je feiner die Wolle, desto besser filzt sie.“ Sie selbst hält Pommersche Landschafe und Gotlandschafe. Aber auch das Material von Heidschnucken eigne sich zum Filzen: Die langen Grannenhaare würden einen „tollen Effekt“ ergeben. In ihrer Wollwerkstatt im Haaler Ortsteil Wettersberg gibt sie Filzkurse. Hier lagert Wolle in vielen Variationen und Farben. Kleine Mengen färbt Inken Jensen-Klose schon mal mit Naturfarben. Sie kann sich vorstellen, hinter dem Haus einen Garten mit Färberpflanzen anzulegen. Aber das ist schon wieder ein neues Kapitel in der Woll-verarbeitung.

>Kurse und Kindergeburtstage:

www.wettersberger-wollwerkstatt.de, Telefon 04874 / 900661

> Zubehör und Filzkurse: Filz + Wolle, Aukrug, www.filzundwolle.de

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