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Landeszeitung

18. Oktober 2017 | 04:39 Uhr

Bovenau : Wetter verhagelt Erdbeersaison

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hagel und Starkregen haben Ernteeinbußen bei den roten Früchten verursacht. Auf dem Himbeerhof Steinwehr hofft man nun auf einen schönen Sommer.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Das Wetter hat die bisherige Erdbeersaison verhagelt – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Hagel und Starkregen haben Pflanzen und Früchten geschadet, viele mussten schon entsorgt werden. „Wenn es in Strömen regnet, saugen sich die Erdbeeren mit Wasser voll. Sie sind dann extrem groß und weich. Im Grunde kann man sie noch nicht mal anfassen, ohne dass sie gleich kaputt gehen“, erklärt Christian Kleimeier, Betriebsleiter auf dem Himbeerhof Steinwehr. „Das landet dann alles in der Tonne.“ Der Hagel hingegen kann die Früchte abschlagen oder zumindest so treffen, dass sie nicht mehr verkäuflich sind.

Bedingt durch die Ernteeinbußen sind entsprechend auch die Preise hoch: „Bei uns kostet ein Kilogramm Erdbeeren in diesem Jahr sieben Euro“, so Kleimeier. Das liegt unter anderem auch an den Ernteausfällen im Süden Deutschlands: Hier haben einige Obstbauern bereits 100 Prozent ihrer Ernte verloren.

Umso mehr wissen die Kunden die Früchte zu schätzen. So auch Pauline Promnik aus Bredenbek. Die 18-Jährige war in diesem Jahr schon dreimal auf dem nahegelegenen Hof in Bovenau, um Erdbeeren zu pflücken. Über ihre Ausbeute freut sich die ganze Familie. „Am liebsten esse ich die Erdbeeren frisch oder auch im Kuchen“, so Pauline. Sie findet: „Im Sommer schmecken sie am besten. Wenn man sie im Winter im Supermarkt kauft, sind sie längst nicht so süß. Und die hier kommen auch noch aus der Region.“ Sie ist sich sicher: „Ich komme auf jeden Fall wieder. Ich habe es ja nicht weit.“ Auch Jutta und Dieter Butenschön haben sich aus Kleinvollstedt auf den Weg nach Bovenau gemacht. „Wir pflücken zwei Eimer voll, das sind etwa fünf Kilogramm“, so Jutta Butenschön. Daraus will sie Erdbeereis und Marmelade machen. „Und der Rest wird eingefroren.“ Ein bisschen den Geschmack des Sommers konservieren.

Zwischen 6000 und 7000 Selbstpflücker kommen jedes Jahr auf den Himbeerhof nach Steinwehr – die Tendenz ist steigend. Auf dem Gutshof in unmittelbarer Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal gibt es unter anderem auch Kirschen, Brombeeren, Johannisbeeren und die namengebenden Himbeeren. Sogar den hofeigenen Himbeerhonig kann man hier erstehen. „Die meisten kommen aber, um Erdbeeren zu pflücken“, so Christian Kleimeier. Der 35-Jährige hat Anfang des Jahres den Posten als Gutsverwalter von seinem Vorgänger Klaus-Peter Grimm übernommen. Bisher hat er ein Dach aus Folie über einen Teil der Kirschbäume gezogen – so sind sie vor Wind und Wetter, aber auch Staren und der Kirschessigfliege geschützt. Diese stammt ursprünglich aus Südostasien und treibt seit einigen Jahren auch hierzulande ihr Unwesen. Außerdem hat Kleimeier einen Düngerstreuer angeschafft, mit dem die Düngermenge um 50 Prozent reduziert werden konnte. Durch gezielte Abgabe kommen aber doppelt so viele Nährstoffe wie vorher bei der Pflanze an. Für die Zukunft hat sich der Agrarökologe vorgenommen, den Obstbau weiter auszubauen und die Erträge zu steigern. Was genau dafür umgesetzt werden muss, will Kleimeier in enger Absprache mit der Obstbauberatung erarbeiten. „Die extremen Wetterereignisse nehmen zu. Darauf müssen wir uns einstellen, wenn wir nachhaltig wirtschaften wollen“, so der Fachmann. Die Anbauplanung sei allerdings eine langfristige Sache und müsse deshalb gut überlegt sein. „Die Pflanzen, die ich im nächsten Jahr setzen will, muss ich im September schon bestellen. Ernten kann man dann erst in zwei Jahren.“

Doch soweit denkt Christian Kleimeier im Moment noch nicht. Aktuell hofft er auf die letzte von fünf Erdbeersorten, die in Steinwehr angebaut werden. Ihre Früchte reifen noch. Und bis Anfang August dauert es ja noch ein wenig.

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