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Rund ums Schaf - Folge 2 : Wertvolle Gen-Reserve

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Tierpark Arche Warder züchtet vom Aussterben bedrohte Rassen. Auf diese Weise soll en besondere Erbanlagen erhalten werden.

„Diese Schafe sind eine wertvolle Genreserve“, sagt Tierparkdirektor Professor Kai Frölich. 14 Rassen, die mehr oder weniger vom Aussterben bedrohte sind, leben im Tierpark Arche Warder. Sie sind Teil des Erhaltungszuchtprogramms: Die alten Tier-Rassen sind ein lebendiger Genpool, der inZukunft von großer Bedeutung sein kann.

Schon jetzt sind robuste alte Schafrassen als Landschaftspfleger sehr gefragt: Heidschnucken in der Lüneburger Heide, Rhönschafe auf den Bergwiesen der Rhön und Zackelschafe in der ungarischen Puszta. Sie sind „autochthone“ Rassen, das heißt, sie haben sich im Laufe der Evolution optimal an ihren angestammten Lebensraum angepasst. „Sie zu erhalten lohnt sich natürlich, so hat man in Hinblick auf eine nachhaltige ökologische Landwirtschaft immer die richtigen Tiere für den richtigen Standort“, erläutert Frölich.

Da man angesichts der Klimaveränderungen nicht genau weiß, wie sich die Bedingungen für die Landwirtschaft wandeln werden und was für Tiere mit welchen Merkmalen man brauchen wird, ist es gut, gen-technisch aus dem Vollen schöpfen zu können. „Es wäre ein Risiko, auf Gen-Vielfalt zu verzichten, weil man dadurch Eigenschaften verliert, die man später vielleicht noch mal nutzen möchte“, betont Frölich. „Das Prinzip der Vielfalt ist ein riesiger Wert, denn damit hat man mehr Optionen.“ Rasse-Eigenschaften wie Robustheit, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit könnten sich als gefragt erweisen.

Warum man so ein ambitioniertes Erhaltungszuchtprogramm, wie es in der Arche Warder mit großem Erfolg praktiziert wird, unbedingt braucht, hat Frölich in seinem Buch „Alte Nutztierrassen“ (Cadmos Verlag) erklärt: „Das ausschließliche Tiefgefrieren des Genmaterials (Kryokonservierung) ist nicht ausreichend für die Erhaltung alter Haustierrassen. Dies hat folgenden Grund: Für die Ausbildung spezieller Merkmale ist die Zucht verantwortlich. Die Erhaltung dieser Merkmale ist aber nur möglich, wenn Tiere weiterhin an ihren ursprünglichen Standorten, im Wechselspiel mit den jeweiligen Umweltfaktoren, gehalten werden.“

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