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Landeszeitung

20. November 2017 | 12:50 Uhr

Werbung für Organspende

vom

"Wichtig ist eine klare Entscheidung" / Hinterbliebene sind mit der Entscheidung häufig überfordert

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Rendsburg | Unter dem Motto "Organspende: Jetzt Klarheit schaffen!" informierte der Bundesverband der Organtransplantierten gestern im Rendsburger AOK-Kundencenter über das Thema Organ- und Gewebespende. "Wichtig ist, dass sich die Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und ihren Willen dokumentieren. Egal, ob sie dafür oder dagegen sind", betonten Wolfgang Veit und Meike Pollmann vom BDO, die selbst Spenderorgane erhalten haben.

"Mit unserem umfassenden Informationsangebot möchten wir den Menschen in unserer Region helfen, eine souveräne Entscheidung zu treffen", so AOK-Niederlassungsleiter Olaf Linders.

In Deutschland warten etwa 12 000 Menschen dringend auf ein Spenderorgan, in Schleswig-Holstein sind es fast 400. Während dieser Wartezeit sterben täglich drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig das lebensrettende Organ erhalten.

Ein aktuelle Umfrage der AOK-Nordwest ergab, dass 54,8 Prozent der Schleswig-Holsteiner bereit sind, Organe zu spenden. Aber nur 26,2 Prozenthaben ihren Willen in einem Organspendeausweis dokumentiert. "Unser Ziel ist es deshalb, die Hürde zwischen der grundsätzlichen Bereitschaft und der Dokumentation im Organspendeausweis zu überwinden", betonte Olaf Linders.

Veit wies darauf hin, dass es für die Hinterbliebene eine große Entlastung bedeuten könne, wenn ein Verstorbener bereits zu Lebzeiten seinen Willen mit einem Organspendeausweis klar geäußert hat. Oft seien die Angehörigen mit einer Entscheidung zur Organentnahme überfordert.

Wolfgang Veit weiß genau, wovon er spricht. Denn der Regionalgruppenleiter aus Marne hat selbst ein Spenderorgan erhalten. "Früher war das für mich nie ein Thema. Das hat sich aber schlagartig geändert, als mir die Ärzte mitteilten, das mir nur noch eine Lungentransplantation das Leben retten würde." Seit der Transplantation sind inzwischen sieben Jahre vergangen. "Meine Familie und ich sind meinem Spender unendlich dankbar", sagte Veit, der an insgesamt neun AOK-Standorten in Schleswig-Holstein über die Organspende informiert.

In Rendsburg freute er sich besonders über ein längeres Gespräch mit einer älteren Dame. Das Ergebnis: Veit kommt zu einem Vortrag über die Organspende in ein Rendsburger Pflegeheim. Die AOK verschickt in den nächsten Tagen rund 55

000 Versicherteninformationen zum Thema Organ- und Gewebespenden sowie Organspendeausweise. Informationen und Entscheidungshilfen dazu gibt es auch im Internet unter www.aok.de/organspende.

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