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Rund ums Schaf - Folge 5 : Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Es gibt wieder Wölfe im Land. Manchen Zeitgenossen freut es. Die Schäfer allerdings weniger.

von
erstellt am 11.Jan.2016 | 14:14 Uhr

„Wenn es so bleibt wie im Moment, können wir damit leben“, sagt Janine Bruser. Die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes meint zum einen die Anzahl der Wölfe im Lande, zum anderen die entstandenen Schäden. Allerdings, so gibt sie zu bedenken: „Werden es so viele Wölfe wie in Niedersachsen, werden diese schon eine Gefahr für die Schafhalter.“

Das Problem sei nicht ein einzelnes, gerissenes Tier, erklärt Bruser. Groß werden die Verluste für die Schäfer, wenn der Wolf eine Herde jagt – noch dazu eine mit tragenden Schafen oder Muttertieren plus Lämmern. Zwar sei das Land bei der Entschädigung sehr großzügig, doch liege die Obergrenze bei 15  000 Euro in drei Jahren pro Betrieb. Auf die Herden von Jan Siebels in Blumenthal machte der Wolf im Frühjahr vergangenen Jahres mehrmals Jagd. Da lag der Schaden dann schnell weitaus höher – und kann dann durchaus auch existenzbedrohend sein.

Die Debatte pro oder contra Wolf spaltet nicht nur die Schäfer, sondern auch andere Teile der Bevölkerung. Jäger und Nutztierhalter sprechen sich für eine Bejagung des Wolfes aus. Umweltministerium und Naturschützer plädieren dagegen für den Schutz. Den Schäfern wird geraten, ihre Tiere mit Elektro-Netzen zu schützen. Bisher werden die Weiden mit sogenannter Litze eingezäunt, die Strom führt. Diese hält zwar die Schafe auf der Weide, ist jedoch für den Wolf kein Hindernis. Die Netze bedeuten „ein Vielfaches an Arbeit beim Aufstellen“, erklärt Janine Bruser. Dafür müssten die Schäfer zusätzlich jemanden einstellen. Doch das würden die meisten Betriebe nicht erwirtschaften. Jan Siebels hatte dazu in unserer Zeitung erklärt: „Der Zaun ist viel zu niedrig, außerdem habe ich 14 weitere Herden, die ungeschützt sind.“

Momentan stellten die Hunde ein größeres Problem dar als der Wolf, sagt Janine Bruser. Allerdings: Jagen diese Schafe, dann kann in den meisten Fälle der Halter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Und genau genommen sollten diese ja auch nicht frei laufen, sondern angeleint sein.

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