Schulsozialarbeit : Wenn Kinder starke Partner brauchen

  „Gerangel“ auf dem Schulhof:  Bei Konflikten können Schulsozialarbeiter   Kindern und Jugendlichen helfen, einen Streit gewaltfrei zu beenden.
Foto:
1 von 2
„Gerangel“ auf dem Schulhof: Bei Konflikten können Schulsozialarbeiter Kindern und Jugendlichen helfen, einen Streit gewaltfrei zu beenden.

Sie schlichten Streit, kümmern sich um Schüler mit familiären Problemen und beraten Eltern: Schulsozialarbeiter erfüllen unverzichtbare Aufgaben. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde stehen 40 Fachkräfte zur Verfügung.

von
06. Juni 2014, 06:30 Uhr

Ob Mobbing, Probleme mit den Eltern oder Fragen zum Erwachsenwerden: Lehrer werden immer häufiger mit Problemen ihrer Schüler konfrontiert, für deren Lösung sie nicht ausgebildet wurden. Da stehen dann Schulsozialarbeiter den Jungen und Mädchen zur Seite. Fachleute sind sich einig: Diese Arbeit ist unverzichtbar. Nur, wer soll das bezahlen?

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es eine Antwort auf diese Frage: „Die Finanzierung ist gesichert“, freut sich Norbert Schmidt, Leiter des Fachbereiches Jugend und Familie. Die Förderung durch den Bund war zwar nach drei Jahren Ende 2013 ausgelaufen. „Doch seit diesem Jahr fließen nicht verbrauchte Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung in die Schulsozialarbeit“, berichtet der Fachbereichsleiter. Insgesamt 920 000 Euro stehen auf zwei Jahre verteilt im Kreis zur Verfügung. Die Schulträger, Gemeinden und Städte, zahlen ebenfalls und steuern 25 Prozent der Kosten bei.

„Wir können die Arbeit genauso fortsetzen wie in den Vorjahren“, fasst Norbert Schmidt die Situation zusammen. Rund 40 Fachkräfte seien im Bereich der Sozialarbeit tätig. Auch die langfristige Perspektive sei vielversprechend. Das Land habe angekündigt, die Schulsozialarbeit bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 zu unterstützen. Die Mittel werden über den Kommunalen Finanzausgleich bereitgestellt, sofern der Landtag das Gesetz verabschiedet.

Das Geld ist nach Einschätzung von Norbert Schmidt gut angelegt. Der Einsatz der Sozialarbeiter in der Schule sei eine Erfolgsgeschichte. Der Fachmann kann seine positive Bilanz mit Fakten belegen. „Wir haben uns viel Mühe gemacht, um detaillierte Erkenntnisse zu gewinnen.“ Es wurden Daten über die Kostenentwicklung verglichen, Fragebögen an den Schulen verteilt und die Mitarbeiter im Jugendamt interviewt. „Die Zahl der Fälle, in denen die Hilfe des Jugendamtes benötigt wurde, ist nach einem starken Anstieg wieder zurückgegangen.“ Auch die Aufwendungen für die Jugendhilfe haben sich stabilisiert. Allgemein sei eine Beruhigung eingetreten. Die Zielgruppe sei erreicht worden. „Es lohnt sich, weiterzumachen“, fasst Norbert Schmidt das Ergebnis der Analyse zusammen.

„Wir wollen den Kindern und Jugendlichen helfen“, sagt der Experte. Die Schüler, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, sollen in das Schulleben integriert werden. Es sei falsch, die auffälligen Kinder auszusondern, sie als „schuluntauglich“ abzustempeln und zu einem Fall für das Jugendamt zu machen. Nach Ansicht von Norbert Schmidt geht es vielmehr darum, den Kindern eine Perspektive zu bieten. Durch Schulsozialarbeiter werde ein friedliches Miteinander in der Schule gefördert. Die Jugendlichen lernen, wie man Konflikte löst, Streit gewaltfrei beendet und respektvoll miteinander umgeht. So mancher soziale Nachteil, den Schüler zum Beispiel von zu Hause mitbringen, könne dadurch ausgeglichen werden.

Ein zentraler Baustein für den Erfolg der Schulsozialarbeit liegt nach Meinung von Norbert Schmidt in der Zusammenarbeit der Schulträger und der Jugendhilfe. Es gibt Workshops, Treffen zum Erfahrungsaustausch sowie Fortbildungen. Außerdem ist ein Mitarbeiter aus Schmidts Fachbereich eigens dafür zuständig, den Aufbau der Schulsozialarbeit zu begleiten. Nur durch die enge Vernetzung zwischen Schule und Jugendhilfe könne die Schulsozialarbeit ihre Möglichkeiten voll entfalten. Diese Voraussetzung sei im Kreis umgesetzt worden. „Darauf sind wir stolz.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen