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Gekentert : Wenn ein „Hobby-Dragon“ kentert

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mitglieder der Drachenboot-Teams übten auf der Obereider für den Ernstfall. Die DLRG-Helfer kamen aus Rendsburg und Eutin. Rund 20 Freiwillige nahmen an der Übung teil.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Sonne, wenig Wellen, kaum Wind – bei diesem Wetter kentert nur selten ein Boot. Am Sonnabend lagen dennoch mehr als etliche Paddler im Wasser. Doch das war gewollt. Es war eine Übung – damit alles glatt geht, wenn beim E.on Hans Cup traditionell die Drachenboote gegeneinander antreten.

Wenn ein Drachenboot kentert, sind mit einem Schlag 21 Menschen im Wasser und in Lebensgefahr. Michael Splitt vom Rendsburger Kanu-Club, ein erfahrener Drachenboot-Steuermann, bereitete seine Bootsbesatzung auf die nasse Erfahrung vor. „Am Boot bleiben! Paddel in der Hand halten! Nach der Kenterung sofort nach seinem Sitznachbarn Ausschau halten!“, lauteten die wichtigsten Verhaltensregeln.

Das richtige Verhalten bei einem solchen Unglücksfall übten Paddler und DLRG-Retter auf der Obereider. Zwanzig Freiwillige aus Drachenboot-Teams der Firmen Hobby Wohnwagenwerke, ACO, Team Massivhaus und dem Wasser- und Schifffahrtsamt stellten sich der Herausforderung bei einer möglichst realistischen Übung.

Die Drachenboot-Besatzung paddelte wie bei jeder Trainingseinheit. Dann fuhr Christian Plikat, technischer Einsatzleiter der DLRG-Rendsburg, mit seinem Schlauchboot immer engere Runden um das Drachenboot. Eine Welle nach der anderen schlug in das Boot, bis es aus voller Fahrt kenterte. Die Paddler klammerten sich an das kieloben schwimmende Boot. Aber sie mussten nicht lange ausharren. Die DLRG-Helfer aus Rendsburg und Eutin waren schnell zur Stelle. An den Außenleinen ihres Bootes konnten sie aber nur die Hälfte der Gekenterten an die Anlegestelle des Rendsburger Rudervereins schleppen.

Die anderen Paddler um Michael Splitt richteten in der Zwischenzeit das Boot auf, das allerdings bis zum Rand voller Wasser war. Sie hielten sich am Süllrand fest, bis auch sie in einem zweiten Anlauf an Land gebracht wurden. Ein Motorboot schleppte das Drachenboot zur Anlegestelle, wo es mit Eimern leer geschöpft wurde.

„Es wurde immer wackeliger, je mehr Wasser ins Boot kam, und dann kam die große Welle“, schilderte Thomas Meggers von den „Hobby-Dragons“ die Sekunden vor dem Kentern. „Die Paddel standen kreuz und quer, die Leute fielen auf einen, als das Boot umkippte“, machte sein Mitpaddler Helmut Buhmann die durchaus brenzlige Situation deutlich. Beide Männer waren sich einig, dass die Kenterübung für die Paddler und die DLRG-Kräfte außerordentlich sinnvoll gewesen sei.

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