Rendsburger Garten-fund : Wenn die Magnolie Früchte trägt

Fruchtzapfen aus dem Simonschen Garten: Erst grün, später mit purpurfarbenen „Bohnen“.
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Fruchtzapfen aus dem Simonschen Garten: Erst grün, später mit purpurfarbenen „Bohnen“.

Erst erinnert die Frucht an eine grüne Banane. Essbar ist sie nicht. Später bilden sich kleine „Bohnen“ – die Samen der Magnolie. Antje und Achim Simon haben in diesem Sommer erstmals Fruchtzapfen an ihrem Baum.

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05. September 2018, 14:53 Uhr

Es geschah beim Rasenmähen. Von oben plumpste Achim Simon beinahe ein Gegenstand auf den Kopf. Er sammelte das Teil auf und staunte nicht schlecht. Seiner Frau Antje ging es nicht anders. Gut 18 Zentimeter lang, grünlich, gebogen und hart war die Frucht. Der Blick nach oben machte klar, dass das Gebilde von dem Magnolienbaum stammt, an dem noch weitere hingen. „Wir wohnen seit sechs Jahren hier, aber so etwas haben wir noch nicht gesehen“, erklärt Antje Simon und ihr Ehemann nickt bekräftigend.

Die Vermutung des Paares, dass es sich um Samenstände handelt, die sich aufgrund des warmen Sommers gebildet haben, wird von Jürgen Dittmann bestätigt. Der Fachmann von der Gettorfer Baumschule hat selbst zahlreiche Magnolien im Garten. Wärme ist nötig, damit die Insekten fliegen, „die dann wiederum die Blüten befruchten“, erklärt er. „Nur nach der Frucht zu urteilen würde ich sagen, dass es sich um Magnolia denudata oder eine Sorte davon handelt“, so der Fachmann. Die Yulan-Magnolie stammt aus dem östlichen China und ist ein Elternteil der bekannten Tulpen-Magnolie.

Wie alt der Baum in ihrem Garten an der Bastion ist, wissen die Simons nicht. Aber er hat die stattliche Höhe von über zwei Haus-Etagen erreicht und wird regelmäßig von Nachbar Rainer Jürgensen geschnitten. „Wenn der Baum seine Blätter verliert, sind die hart wie Leder“, erzählt Achim Simon. „Wir möchten den Baum nicht missen, er ist ein schöner Schattenspender“, ergänzt seine Frau.

Mit dem ersten Fruchtzapfen, der auf den Rasen fiel, gingen die Simons zu einem Gartenexeperten in der Familie. Aber selbst der hatte so ein Teil noch nie gesehen. Inzwischen hat das Ehepaar beobachtet, dass der grüne Zapfen mit der Zeit trocknet. Dann zeigen sich die purpurfarbenen Samen – „wie Bohnen“, sagt Antje Simon. Die roten Kapsel lösen sich später heraus. Die Magnolien-Besitzerin vermutet ganz richtig, dass diese dann eingepflanzt werden können, bestätigt Jürgen Dittmann. „Dann kann man daraus einen neuen Baum ziehen“, erklärt er. Aber das ist eine Angelegenheit für geduldige Gärtner: „Das dauert!“.

HINTERGRUND

Magnolien – schwer zu vermehren

> Die Magnolien (Magnolia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Magnoliengewächs (Magnoliaceae).

> Diese ist nach heutigem Kenntnisstand die älteste Blütenpflanzen-Familie der Erde. Es gab sie schon vor über 100 Millionen Jahren und aus ihr haben sich alle heutigen Bedecktsamer entwickelt – also alle bekannten Laubgehölze, Stauden und Gräser.

> Die Familie enthält annähernd 300 Arten, die aus Ostasien oder Amerika stammen.

> Die Gattung wurde nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol benannt.

> Für Hobbygärtner ist die Vermehrung von Magnolien nur durch Absenker und Aussaat möglich. Man braucht aber für beide Methoden viel Geduld: Die Absenker haben erst nach zwei Jahren genügend Wurzeln gebildet, die gleich nach der Ernte ausgesäten Samen keimen oft erst im übernächsten Frühjahr und ungleichmäßig.

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