Erfolgreiches Projekt : Wenn aus Kindern Künstler werden

Abschlussfeier im Druckmuseum: 16 Kinder haben Bilder auf der Grundlage von Gedichten geschaffen.
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Abschlussfeier im Druckmuseum: 16 Kinder haben Bilder auf der Grundlage von Gedichten geschaffen.

Buchdruck-Projekt endet mit Abschlussausstellung. Museums-Förderverein investiert 5000 Euro und hofft auf Wiederholung.

shz.de von
03. Juli 2015, 12:00 Uhr

Stolze Eltern, glückliche Kinder, beeindruckte Organisatoren und Förderer und ein gerührter Künstler: Das ist das Fazit einer Abschlussausstellung im Druckmuseum. Präsentiert wurden dort die Bilder von 16 Kindern, die bei einem Buchdruck-Projekt des Museums mitgemacht hatten.

Seit Februar hatten die Schüler der Offenen Ganztagsschule Rotenhof in zwei Gruppen an ihren Werken gearbeitet. Als Grundlage für die Bilder dienten Gedichte des Künstlers Manfred Schlüter. Jedes Kind nahm sich dabei ein anderes Gedicht aus dem Buch „Reime Eimer“ vor. Die Ideenfindung war nicht ganz einfach: „Das ist mir besonders schwer gefallen“, erzählt Marie Mischker. Anschließend galt es, aus Linoleum-Platten die Bilder herauszuschnitzen und zu drucken. „Je mehr Farben man verwendet hat, umso länger hat der Druck gedauert“, erklärt Arvid Knuth, dem das Ausschnitzen besonders viel Spaß gemacht hat. Jede Farbe musste in einem einzelnen Vorgang aufgebracht werden. Gedruckt wurden nicht nur die Bilder, sondern auch die Gedichte. „Sie wurden von Hand von Museumsmitarbeiter Dominik Mastaglio gesetzt, die Kinder konnten ihm dabei zusehen“, berichtet Christin Karbaum, die das künstlerische Schaffen der Kinder begleitet hat. „Vor dem Projekt hatten sie von Linoleum-Druck keine Ahnung.“ Das Ergebnis kann sich umso mehr sehen lassen.

Von jeder Grafik sind 30 Exemplare gedruckt und die gesammelten Werke in einem Buch zusammengefasst worden. Jedes Kind, aber auch das Museum selbst, die Stadtbücherei, Manfred Schlüter und der Förderverein für die Museen im Kulturzentrum bekamen ein Exemplar überreicht. „Während des Projektes seid ihr zu richtigen Künstlern herangewachsen. Soetwas, das ihr uns hier heute präsentiert, können Erwachsene gar nicht. Diese Kunst können Kinder am besten“, sagt Burkhard Tesche, Vorsitzender des Fördervereins. Sehr beeindruckt zeigte sich auch Künstler Manfred Schlüter: „Ich freue mich sehr, dass ihr was Besonderes aus meinen Gedichten gemacht habt. Das ist das Schönste, was einem Künstler passieren kann.“ Museumsleiter Dr. Martin Westphal lobte den Nachwuchs ebenfalls: „Wir sind alle sehr stolz auf euch, das habt ihr super gemacht. Ihr habt hier für Stimmung gesorgt und Spaß daran gehabt, eure Möglichkeiten zu entdecken.“

Spaß hat den meisten Kindern wie Malte Mischker, Maximilian Schmidtke und Tyra Knuth vor allem das Drucken gemacht. „Ich finde die Feier hier auch toll. Jetzt kann ich das Buch zu Hause zeigen“, sagt Luisa Hauser. Wenn möglich, soll das Projekt wiederholt werden. „Jederzeit gerne, wenn das Geld da ist und unsere Vereinsmitglieder dem zustimmen“, lässt Burkhard Tesche hoffen. Den Verein hat das Projekt 5000 Euro gekostet. „Es hat sich gelohnt. Es hat Freude bei den Kindern ausgelöst, ihr Selbstbewusstsein gestärkt, und jetzt sind sie unheimlich stolz.“

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