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Rendsburg : Wenig Chancen auf einen Kita-Platz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lange Wartelisten in fast allen Rendsburger Einrichtungen. In Büdelsdorf und Westerrönfeld ist die Lage entspannt.

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 10:15 Uhr

In Rendsburg führt fast jede Kindertagesstätte eine Warteliste. Immer wieder müssen die Leiterinnen Eltern, die Betreuungsplätze für ihre Söhne und Töchter suchen, auf die Zukunft vertrösten. Dagegen bringen die Einrichtungen in Büdelsdorf und Westerrönfeld zurzeit sämtliche angemeldeten Kinder unter.

Andrea Wieczorek aus dem Sachgebiet Familie, Freizeit und Sport der Stadt Büdelsdorf sagte gestern: „Wir schaffen es bisher, allen unseren Anmeldungen entgegenzukommen.“ In der kommunalen Kita Lummerland gibt es noch freie Plätze, sagte die Leiterin Astrid Wilhelm. Die städtische Kita Liliput wird über den jetzigen Anmeldestand hinaus möglicherweise noch zwei Kinder aufnehmen können, kündigte die kommissarische Leiterin Mira Schauer-Roggenbach an. Sachgebietsleiter Matthias Hoffmann erläuterte, dass die Stadt seit 2008 insgesamt 114 Plätze, davon 60 für Krippenkinder, geschaffen hat. Zum Sommer erweitert sie die Kita Lummerland um die mittlerweile vierte Zusatzgruppe mit 20 Plätzen. Die Stadt investiert dafür etwa 8000 Euro in den Umbau eines Klassenraums der Friedrich-Fröbel-Schule und hat zwei neue Erzieher eingestellt. Ein Geheimnis des Erfolgs: „Wir haben einen kurzen Dienstweg zu den Leiterinnen“, betonte Hoffmann.

Die beiden Kitas in Westerrönfeld werden ab September voll belegt sein, berichtete gestern Marcel Rohwer, Leiter des Fachbereichs Innere Dienste im Amt Jevenstedt. Aber die Wartelisten sowohl der Krippenkinder als auch der Jungen und Mädchen ab drei Jahren werden dann leer sein. Ein Grund dafür: Die Gemeinde wird das Dachgeschoss der kommunalen Kita Zauberwald für eine neue Regelgruppe ausbauen. 15 der 20 neuen Plätze sind bereits vergeben. Die Gemeinde investiert 135  000 Euro und hofft auf einen 25-prozentigen Zuschuss. Die Zusage liegt zwar noch nicht vor. „Davon wird der Ausbau aber nicht abhängig sein. Wir sehen uns in der Pflicht, die Nachfrage nach Betreuungsplätzen schnellstmöglich zu befriedigen und werden die Räume für die neue Gruppe in jedem Fall herrichten“, betonte gestern der SPD-Fraktionsvorsitzende Heino Hansen. Durch Zuzüge hatte sich im Herbst 2016 gezeigt, dass die Kapazitäten nicht ausreichen. Im ersten Quartal 2017 lag der Politik der erste Entwurf für einen Umbau vor. Da er frühstens im September fertiggestellt wird, werden die Kinder vorübergehend im Sportzentrum untergebracht.

Die Verwaltung der Stadt Rendsburg kündigte dem Sozialausschuss im April an, dass es bei den Kita-Plätzen einen Fehlbedarf gibt, obwohl 76 Elementar- und 20 Krippenplätzen geschaffen werden: Die Kita Pulverschuppen wird 36 Elementarplätze anbieten; das Gebäude steht nach Auskunft des Sozialausschussvorsitzenden Matthias Bruhn (SPD) bereits. Die Kita Rotenhof der Brücke Rendsburg-Eckernförde (30 Elementar- und 15 Krippenplätze) soll im Oktober eröffnet werden. Ein aktueller Stand über einen Anbau der Kita St. Jürgen (zehn Elementar- und fünf Krippenplätze) lag Bruhn gestern nicht vor.

Trotz dieser Projekte fehlen laut städtischer Prognose aber 65 Plätze für Kinder ab drei Jahren und 121 Plätze im Krippenbereich. Die Kirchengemeinde St. Marien bot daher an, 20 Elementarplätze im Familienzentrum Nobiskrug einzurichten. Die Stadt muss dafür aber 70  000 Euro über den Nachtragshaushalt bereitstellen, der nach der Sommerpause beraten wird.

Ob es wirklich einen Fehlbedarf gibt, steht für Bruhn zudem noch nicht fest: „Für den Sommer habe ich keine Meldung über nicht erfüllte Betreuungswünsche.“ Ute Flothow, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte St.-Marien-Parksiedlung, bemerkte gestern, dass sie schlicht keine Zeit habe, um der Stadt regelmäßig den aktuellen Stand durchzugeben. Die Warteliste verändere sich täglich. Brigitte Fugmann, Leiterin des Fachdienstes Familie, wies bei einer Bitte der Landeszeitung um aktuelle Zahlen auf die Bedarfsplanung im April hin.

Bruhn zweifelt darüber hinaus den Gehalt der Wartelisten an. Seiner Erfahrung nach melden Eltern ihre Kinder bei mehreren Kitas gleichzeitig an. „Die Schwierigkeit ist: Erst wenn die Plätze verteilt sind, wissen wir, ob wir genug haben.“ Er wünsche sich, dass die Stadt schnellstmöglich bedarfsgerechte Kitas anbiete. Sie müsse den Ausbau der Plätze beschleunigen. Bruhn betonte: „Bei der Kinderbetreuung muss man das Geld einfach in die Hand nehmen.“

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