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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 20:06 Uhr

Weitergeben statt wegwerfen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Kropper Tafel besteht seit zwei Jahren und versorgt heute 142 Bedarfsgemeinschaften / 45 ehrenamtliche Helfer engagieren sich

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erstellt am 21.Okt.2014 | 13:39 Uhr

Die ehrenamtlichen Helfer der Kropper Tafel bauen Tische ab, auf denen eben noch Brot, Gemüse, Wurst und vieles mehr gelegen hat. Die restlichen Lebensmittel, die übrig geblieben sind, verstauen sie in Styroporkisten und bringen sie zu ihrem Transporter draußen vor dem Gebäude. Die Lebensmittel werden nun an Tafeln in der Nähe weitergegeben. Denn: „Weitergeben statt Wegwerfen ist der Leitgedanke der Tafel,“ sagt Karen Nielsen-Köbler, Vorsitzende und Leiterin der Kropper Tafel, die die Lebensmittelausgabe organisiert. 45 ehrenamtliche Helfer teilen sich abwechselnd den Dienst. Eine von ihnen ist Rita Thomsen, die von Anfang an dabei ist. „Ich helfe gern“, sagt sie, „und freue mich, wenn von den Menschen etwas zurückkommt – und wenn es nur ein Lächeln ist.“

Die Kropper Tafel wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen. Erster Ausgabetermin für die damals 38 Bedarfsgemeinschaften war der 26. Oktober 2012. Geboren worden war die Idee für die Lebensmittelausgabe zuvor in dem Inklusions-Workshop „Kropp für Alle“. Diakonie und das Amt Kropp-Stapelholm hatten in dem Workshop alle Einwohner dazu aufgerufen, Vorschläge für Projekte innerhalb der Gemeinde zu machen.

Viele helfende Hände waren nötig, damit die Idee in die Tat umgesetzt werden konnte. Bürgermeister Reinhard Müller zeigte großes Engagement für die Einrichtung, und „die Johanniter haben uns das Transportfahrzeug, das mehrere zehntausend Euro wert ist, geschenkt“, sagt Nielsen-Köbler. So fiel mit einem Informationsstand auf dem Kropper Wochenmarkt im Herbst 2012 der Startschuss für das Projekt – nicht einmal ein halbes Jahr nach der Ideenfindung. „Da haben wir auf die Tafel aufmerksam gemacht, Informationsbroschüren verteilt, Spenden entgegen genommen und Fragen beantwortet,“ berichtet Nielsen-Köbler. Es folgten viele Geld- und Sachspenden von Geschäfts- und Privatleuten aus dem Amt Kropp-Stapelholm. Auch heute noch unterstützen diese die Tafel. Bei einer Aktion, die kürzlich im Kropper Sky-Markt unter dem Namen „Kauf eins mehr“ lief, konnten beispielsweise Lebensmittel, hauptsächlich Suppen, Reis, Nudeln und Süßigkeiten sowie Gelder für die Tafel gesammelt werden. Auch durch die Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“, zu der der Norddeutsche Rundfunk im vergangenen Jahr aufgerufen hatte, erhielt die Kropper Tafel Unterstützung. Die Aktion brachte der Tafel einen doppelten Kühlschrank und den Bedürftigen Schuhe im Gesamtwert von 13 000 Euro ein. Jeder Tafelgänger bekam einen Gutschein für Schuhe, den er in Schuhgeschäften in Schleswig einlösen konnte.

Heute versorgt die Einrichtung 142 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 183 Erwachsenen und 126 Kindern. Einige von ihnen sind Flüchtlinge. Sie kommen meist aus Syrien, der Türkei, Afrika, Afghanistan und dem Iran, und sie sind auf das Angebot der Kropper Tafel angewiesen.

Fragt man die Mitarbeiter, was sie sich für die Zukunft wünschen, sind sich alle einig: „Wir hätten gerne ebenerdige Räumlichkeiten, damit das Ein-und Ausladen nicht so schwierig ist und weiterhin viele Spender und zufriedene Kunden.“ Und: „Es werden dringend noch weitere, rüstige Herren gebraucht, die sich zutrauen unser Fahrzeug zu fahren“, sagt Karen Nielsen-Köbler.


>Die Kropper-Tafel verteilt für Bedürftige jeden Freitag von 10 Uhr bis 12 Uhr Lebensmittel im Haus „Alt-Bethlehem“. Weitere Informationen gibt Karen Nielsen-Köbler unter Tel. 0170/11 96 421.





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