„Rebellen“ kämpfen weiter : Weiter Uneinigkeit im Streit um den Fernwärmepreis

Angemessener Preis? Thomas Mädge (stehend) erläuterte den Eon-Wärme-Vertretern Jörg Lampe und Ove Struck (von rechts) die Position der Fernwärmekunden.
Angemessener Preis? Thomas Mädge (stehend) erläuterte den Eon-Wärme-Vertretern Jörg Lampe und Ove Struck (von rechts) die Position der Fernwärmekunden.

Auch das seit 1. Juni geltende Eon Hanse-Preissystem wird von Osterrönfelder Anliegern abgelehnt. 100 Kunden stellten Rückzahlungsforderungen an den Versorger. Bürgermeister appelliert an beide Seiten.

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04. Juni 2014, 06:00 Uhr

Das neue Preissystem für Fernwärme erhitzte jetzt die Gemüter in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in Osterrönfeld. Wegen des großen Interesses wurde sie sogar in das Feuerwehrgerätehaus verlegt. „Unsere Preise für Fernwärme passen absolut in die Welt“, zeigte sich Jörg Lampe von der Eon Hanse Wärme GmbH vor 60 Einwohnern, größtenteils Fernwärmebeziehern, überzeugt. Diese zeigten deutlich ihre Ablehnung.

Lampe teilte mit, dass alle 360 Kunden in den drei Gebieten Aspel, Havellandweg und Ohldörp seit dem 1. Juni nach einem einheitlichen Preissystem abgerechnet werden. Die Umstellung auf einen Arbeitspreis von 96,95 Euro/MWh und einen Grundpreis von 42,28 Euro/Monat sei angemessen. Auf das Angebot der Kunden, 73,83 Euro Arbeitspreis und 23,61 Euro Grundpreis, könne Eon auf keinen Fall eingehen.

Thomas Mädge, Vertreter der Aspel-Bewohner, untermauerte das Angebot der Abnehmer mit detaillierten Zahlen. Es liege 30 Prozent über den im letzten Jahr vereinbarten Preisen in einem vergleichbaren Fernwärmegebiet in Schacht-Audorf, machte er deutlich.

Bürgermeister Bernd Sienknecht rief beide Seiten auf, einen gemeinsamen Weg zu finden. „So kommen wir keinen Schritt weiter.“

Jörg Lampe betonte, die Eon Wärme stehe für Gespräche bereit. Mädge erklärte gegenüber der Landeszeitung, dass es nach dem Urteil des Rendsburger Amtgerichts vom vergangenen November, das die Preisgestaltung des Fernwärmeversorgers für unzulässig erklärt hatte (wir berichtetenseinerzeit ), kein Interesse von Eon an Gesprächen gegeben habe.

Inzwischen haben etwa 100 Kunden über einen Rechtsanwalt Rückzahlungsforderungen in Höhe von 45 000 Euro für das Jahr 2010 gestellt. „Eon Hanse Wärme hat auf die Mahnbescheide nicht reagiert“, stellte Thomas Mädge fest. „Das ist die Masche, sie sitzen es aus.“

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