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Kirchengeburtstag : Weite Wege führten zum Kirchenbau

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Dreieinigkeitskirche Todenbüttel feiert das 150-jährige Bestehen mit einem Festwochendende voller Veranstaltungen. Dazu gehören Konzerte, Kinderspiele und eine Ausstellung.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Mit einem Festgottesdienst, einer Fotoausstellung, Orgelkonzerten, viel Gesang und Spielen für Jung und Alt wird am Wochenende das 150-jährige Bestehen der Kirchengemeinde Todenbüttel gefeiert. Die Feierlichkeiten beginnen am Sonnabend um 14 Uhr mit einem Auftritt von Doris Sierks Singkreis und enden am Sonntag um 16 Uhr mit einem Konzert von „Gospel & More“.

„Wir feiern sowohl den Geburtstag unserer Kirche, als auch unserer Kirchengemeinde“, erklärt Pastor Christoph Rothe, „wir sind seit 150 Jahren eine selbständige Kirchengemeinde, und das ist ein Grund zum Feiern.“ Bis 1863 gehörten Todenbüttel und seine Nachbardörfer Beringstedt, Osterstedt, Lütjenwestedt und Haale zur Kirchengemeinde Schenefeld. Was dem Gutsbesitzer Harald von Neergaard (Christinenthal) ein Dorn im Auge war, der eine Kampfschrift mit dem Titel „Lieb Holstein, musst mehr Kirchen bauen!“ verfasste. Von Neergaard kritisierte, dass Schenefeld und viele andere Kirchspiele in Holstein räumlich viel zu ausgedehnt seien, worunter der Kirchbesuch der Landbevölkerung litte.

„Auch der Friedhof war bis dahin in Schenefeld, und das bei den damaligen Straßenverhältnissen“, vermerkt Rothe, „man sagte damals, dass ein normaler Sterblicher nur zweimal in seinem Leben zur Kirche nach Schenefeld kam: zur Konfirmation und zur Beerdigung.“

Von Neergard gründete ein Kirchbaukomitee, das Pläne für die Errichtung von Gotteshäusern in Todenbüttel und Wacken erarbeitete. Das Baugelände in Todenbüttel schenkte der Bauer Hinrich Martens der Kirche. „Für diese Schenkung sagen wir an dieser Stelle Dank“, schreibt Pastor Rothe im Jubiläums-Kirchenbrief, „ohne sie würde es weder Kirche noch Friedhof noch Pastorat an dieser Stelle geben.“ Die Baukosten von 15 000 (Kirche) plus 5000 (Pastorat) Talern kamen durch Sammlungen und zusätzliche Grundsteuern für die Landbesitzer zusammen. Am 7. August 1861 erfolgte die Grundsteinlegung, und schon am 5. Oktober 1863 wurde sie feierlich eingeweiht: die Kirche der Heiligen Dreieinigkeit zu Todenbüttel. „Das war eine verhältnismäßig kurze Bauzeit“, meint Rothe und lobt den neugotischen Baustil mit seiner außergewöhnlichen hölzernen Gewölbekonstruktion: „Die handwerkliche Qualität stand den Bauten alter Zeiten in nichts nach.“

Rothe ist seit Februar 2012 im Amt und Pastor Nr. 15 in der 150-jährigen Geschichte der Dreieinigkeitskirche. „Ich empfinde große Hochachtung vor meinen Kollegen“, betont Rothe, nachdem er die von seinen Vorgängern angelegte handschriftliche Kirchenchronik eingehend studiert hat: „Was die geleistet haben, ist allerhand!“

Anlässlich des Jubiläums wird am Wochenende ein Festzelt auf dem Rasen vor der Kirche aufgebaut. Die Feierlichkeiten beginnen am Sonnabend, dem 14. September, um 14 Uhr mit einem Auftritt des Singkreises von Doris Sierk. Für die Festgäste steht eine Kaffeetafel bereit. Kinder können sich unter anderem auf eine Rollenbahn und eine Hüpfburg freuen, die beide von den Landfrauen gesponsert werden. Für weitere Spielangebote sorgen die Pfadfinder und der „Zwergentreff“. In der Kirche ist eine Ausstellung mit Konfirmationsbildern und anderen Fotos aus der Geschichte der Kirchengemeinde zu besichtigen. Um 15.30 Uhr wird der gemischte Chor aus Beringstedt zu einem 45-minütigen Auftritt erwartet. Von 16.40 bis 18.20 Uhr folgen in der Kirche jeweils 20-minütige Konzerte von fünf Organisten: Hanna Landgraf, Wilhelm Ehlers, Stefan Gladow, Christian Gladow und Horst-Uwe Carstens. Ab 19 Uhr kann dann am Lagerfeuer mitgesungen, gegrillt und gegessen werden.

Der Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde wird am Sonntag, dem 15. September, um 10 Uhr gefeiert: Die Predigt hält Propst Matthias Krüger, für die musikalische Begleitung sorgt der Posaunenchor aus Schenefeld. Um 11 Uhr gibt es einen Empfang im Festzelt, um 12 Uhr ist Mittagessen, und um 16 Uhr folgt zum Abschluss der Feierlichkeiten ein Konzert des Hohenwestedter Chors „Gospel & More“.

 

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