Rendsburger Politik : Weichenstellungen vor der Wahl

Am 6. Mai sind die Rendsburger zum Urnengang aufgerufen.
Am 6. Mai sind die Rendsburger zum Urnengang aufgerufen.

Wen schicken die Parteien ins Rennen? Helma Böhmer ist Spitzenkandidatin der Grünen. Die SPD muss Abgänge kompensieren.

shz.de von
17. Januar 2018, 11:03 Uhr

Knapp vier Monate vor der Kommunalwahl am 6. Mai haben die Rendsburger Grünen ihre Direkt- und Listenkandidaten benannt. Neue Spitzenkandidatin ist Helma Böhmer, dahinter folgen Norbert Klan, Klaus Schaffner, Armin Rösener und Sascha Werth. Weitere acht Namen stehen auf der Liste. „Wir sind noch bei der Überarbeitung des Wahlprogramms“, sagte der alte und neue Ortsvorsitzende Rösener nach der Festlegung am Montagabend, deshalb könne er noch keine inhaltlichen Schwerpunkte nennen. Helma Böhmer, die in Rendsburg bisher nur als bürgerliches Mitglied in zwei Ausschüssen in Erscheinung getreten ist, wolle sich im Ruhestand stärker politisch einbringen, so der Ortsvorsitzende der Grünen.

Auch die anderen Parteien küren in diesen Wochen ihre Direkt- und Listenkandidaten für die 16 Wahlkreise in Rendsburg. Zeit bleibt noch bis Montag, 12. März, 18 Uhr. „Bis dahin müssen alle Vorschläge eingereicht sein“, erläutert der stellvertretende Wahlleiter Stefan Lohr. Der Leiter des Bürger- und Sozialbüros im Rathaus appelliert an die Vertreter aller Parteien, diese Frist nicht bis zum Äußersten auszureizen. „Wenn in den Unterlagen auch nur ein Formfehler drin ist, kriegen wir das in letzter Minute nicht mehr geheilt.“ Am 16. März entscheidet dann der Gemeindewahlausschuss in einer öffentlichen Sitzung im Alten Rathaus über die Zulassung.

Ob die Alternative für Deutschland (AfD) in Rendsburg an den Start geht, ist unklar. „Wir rechnen damit, dass sich die AfD zur Wahl stellt“, so Lohr. Eine schriftliche Anfrage unserer Zeitung ließ der AfD-Kreisverband jedoch unbeantwortet.

Die größten personellen Verschiebungen bahnen sich bei den Sozialdemokraten an. Gleich drei langjährige Ratsmitglieder hören auf: Elke Endres, Annegret Bruhns und Marc-Olaf Begemann. Vor allem der Abgang von Begemann ist ein herber Verlust. Der Vorsitzende des Bauausschusses genießt dank seiner ausgleichenden Art über Parteigrenzen hinweg hohes Ansehen. Auf SPD-Fraktionschef René Sartorius wartet ab Mai viel Arbeit. Er selbst bleibt dabei. „Meine Kandidatur ist unabhängig vom Bürgerentscheid“, stellte er klar. Am 11. Februar dürfen die Rendsburger abstimmen, ob die Seniorenwohnanlage „Neue Heimat“ vollständig unter städtischer Regie bleibt. Dafür hatte sich Sartorius vehement eingesetzt. Zusammen mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Matthias Bruhn wird er versuchen, die Abgänge zu kompensieren. Auf der Mitgliederversammlung am 24. Februar sollen die personellen Weichen gestellt werden.

Und die anderen? Die CDU macht am 25. Januar im Conventgarten Nägel mit Köpfen und meldete mit Ex-Stadtrat Jochen von Allwörden einen prominenten Neuzugang (wir berichteten). Bei der FDP, die angeführt von Fritjof Wilken das Erbe der „Liste Wilken – für ein Modernes Rendsburg“ antreten will, sind bisher nur Wilken selbst und Hans Kohlmeyer als Kandidaten bekannt. Über das endgültige Tableau soll auf der Mitgliederversammlung am 19. Februar entschieden werden. Der SSW will Personalfragen am 21. oder 28. Februar auf einer Mitgliederversammlung klären. Fest steht schon, dass Andreas Vollstedt wieder einen Platz in der Ratsversammlung anstrebt.

Karin Wiemer-Hinz und Helge Hinz (Soziales Rendsburg) haben sich noch nicht festgelegt. „Ein Weiter-so zu zweit wird es nicht geben, man müsste sich breiter aufstellen“, sagt Hinz. Von mehreren Seiten sei er angesprochen worden. „Die Tür bei uns ist offen für euch.“ Noch im Januar werde er zusammen mit seiner Frau eine Entscheidung treffen.

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