Langwedel : Wehr ersteigert Rettungsboot im Internet

<p>Die Langwedeler Feuerwehrleute mit ihrem neuen Rettungsboot 'Ilse'. </p>
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Die Langwedeler Feuerwehrleute mit ihrem neuen Rettungsboot "Ilse".

Langwedeler können dank „Ilse“ ab sofort auf Wasserflächen zur Rettung ausrücken. Eine Eilentscheidung des Bürgermeisters machte den Kauf möglich.

shz.de von
13. Dezember 2017, 12:55 Uhr

Überraschte Gesichter bei der Freiwilligen Feuerwehr Langwedel, als beim Kameradschaftsabend ein neues „Mitglied“ der Wehr vorgestellt wurde. „Ilse“ heißt es – und ist das erste offizielle Rettungstransportboot (RTB) im Amt Nortorfer Land, das zukünftig die Einsatzbereitschaft der Langwedeler Wehr auf dem Wasser erhöhen wird. Der Clou: Ersteigert wurde das Boot im Internet.

„Bereits vor 15 Jahren hatte der damalige Wehrführer das Thema bei der Gemeinde angesprochen“, sagt der jetzige Ortswehrführer Philipp Schildt, der als einziger in die Aktion von Bürgermeister Markus Heerdegen eingeweiht war. Doch zuvor seien die Pläne immer wieder verworfen worden. Dabei war ein Rettungsboot schon lange überfällig, gehören zu der Gemeinde doch vier größere Seen – beziehungsweise liegen an den Gemeindegrenzen. „Mit dem Brahmsee, Lustsee, Pohlsee und Manhagener See reden wir über rund 100 Hektar Wasserfläche“, betont der Ortswehrführer. Trotzdem mussten bislang bei einer Personensuche- oder Rettung auf dem Wasser immer die Kameraden aus Rendsburg, Bordesholm oder Molfsee mit ihrem Rettungsboot anrücken. Und das war in der Vergangenheit bereits mehr als einmal der Fall. Eines der schlimmsten Unglücke ereignete sich im Januar 2005, als zwei 19-Jährige aus Bremen bei Sturm mit ihren Kanus kenterten und im eiskalten Wasser des Brahmsees ertranken.

Der Bootskauf war eine spontane Angelegenheit. Durch Zufall hatte Bürgermeister Heerdegen im Internet auf der Seites des Amtes Bordesholm entdeckt, dass die Bordesholmer Wehr ein neues Boot bekommen hatte und ihr altes nun in einer Auktion zum Verkauf anbot. „Das war am 23. November – einen Tag vor Auktionsende“, fügt Heerdegen an. Zu knapp, um sich mit den anderen Gemeindevertretern abzustimmen. „Also habe ich mich kurzerhand beim Amt und der Kämmerei rückversichert und dann im Rahmen einer Eilentscheidung ein Angebot abgegeben“, erklärt der Bürgermeister. Das musste er schriftlich einreichen. Für 1666 Euro erhielt er tatsächlich den Zuschlag und ersteigerte damit nicht nur das Boot mit einem Außenbordmotor, sondern auch den passenden Trailer sowie einen Eisschlitten zur Rettung auf zugefrorenen Wasserflächen.

Das 1992 gebaute Boot kann eine Zuladung von 415 Kilogramm ab, verfügt über zusätzliche Halteleinen an den Seiten und einen Motor. „Ein Vorteil ist, dass bei der Motorleistung der jeweilige Bootsführer keinen Bootsführerschein braucht“, freut sich der Wehrführer. Nötig sei daher nur eine Einweisung in die Technik und Sicherheit.

Unabhängig davon, dass sie beim Einsatz eine Schwimmweste tragen, sei natürlich „wichtig, dass die Retter selbst schwimmen können“, scherzt Wehrführer Schildt. Im Falle eines Einsatzes werden jeweils zwei Feuerwehrleute das Boot bemannen. Die würden auch ausreichen, um den Trailer an das Ufer zu bewegen, da dieser sehr gut handhabbar sei. Für die Zukunft kann sich der Wehrführer eine gemeinsame Übung mit der Bordesholmer Wehr vorstellen, um sich weitere Fähigkeiten anzueignen. „Es ist gut zu wissen, dass wir nun auch für einen Notfall auf dem Wasser gut gerüstet sind“.

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