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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 11:56 Uhr

Wege für Arbeitslose werden länger

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Agentur für Arbeit schließt ihren Geschäftsstellenbezirk in Hohenwestedt / Kunden müssen künftig zum Haupthaus in Neumünster fahren

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2016 | 11:04 Uhr

Wer seine Arbeitsstelle verliert, kann sich bald nicht mehr an die Agentur für Arbeit in Hohenwestedt wenden. Die Geschäftsstelle an der Itzehoer Straße wird zum 1. Januar mit der Hauptagentur zusammengelegt. Arbeitslose müssen dann für ihre Anliegen nach Neumünster fahren. Hintergrund der Entscheidung ist laut Arbeitsagentur, dass immer weniger Kunden die Außenstelle nutzen.

Von der Schließung sind derzeit 412 Arbeitslose betroffen. Hohenwestedt ist der kleinste der fünf Geschäftsstellenbezirke der Agentur für Arbeit Neumünster. Zum Vergleich: Der Bezirk Neumünster verzeichnet 4395 Arbeitslose, im Bezirk Rendsburg sind es 2859, in Eckernförde 1505 und im Bezirk „Kieler Umland“ 789. Das Hohenwestedter Einzugsgebiet erstreckt sich über 26 Gemeinden des Amtes Mittelholstein und drei Gemeinden des Amtes Jevenstedt. Außerdem ist die Geschäftsstelle noch für sechs Gemeinden des Amtes Schenefeld im Kreis Steinburg zuständig.

Die Geschäftsstelle Hohenwestedt verzeichnet „bereits seit Jahren sinkende Arbeitslosen- und steigende Beschäftigtenzahlen“, teilt die Arbeitsagentur mit. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl der Erwerbslosen beispielsweise um rund 15 Prozent gesunken. In den vergangenen Jahren seien die persönlichen Kundenbesuche in der Eingangszone aus diesem Grund stark zurück gegangen. Terminierte Beratungsgespräche für Arbeitslose, die schon bei der Agentur gemeldet seien, finden ohnehin bereits seit 2013 in der Neumünsteraner Hauptstelle statt. Nur wer sich arbeitslos melden wollte, kurze Nachfragen hatte oder Unterlagen einreichen wollte, konnte das noch in Hohenwestedt in der Eingangszone des ehemaligen Lego-Gebäudes tun. Das ist mit dem Ablauf dieses Monats vorbei. Neue Anlaufstelle ist danach die Wittorfer Straße 26-28 in Neumünster. Das habe der Verwaltungsrat der Bundesagentur entschieden, so die Mitteilung. Alle Anliegen, die die Teilzeitmitarbeiterin am Empfangstresen in Hohenwestedt bearbeitet, seien auch über das Internet oder telefonisch „schnell erledigt“, heißt es weiter.

Die Änderung betrifft lediglich Kunden, die noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind. Wer Hartz IV bezieht, wird weiterhin vom Jobcenter betreut, das in Hohenwestedt erhalten bleibt. Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neumünster, Michaela Bagger, räumt ein, dass die Präsenz der Agenturen vor Ort für Bürger eine wichtige Orientierung biete. „Gleichzeitig tragen wir aber Verantwortung gegenüber den Beitragszahlern und müssen in jedem Einzelfall genau abwägen, ob die vorhandenen Strukturen noch wirtschaftlich und effektiv sind“, erklärt Bagger weiter. Der Weiterbetrieb der Geschäftsstelle Hohenwestedt wäre wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. „Beratungsangebote für Jugendliche finden weiterhin in der Geschäftsstelle Hohenwestedt statt“, so die Vorsitzende weiter. Die Hauptstelle in Neumünster sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Für Menschen mit Behinderung und eingeschränkter Mobilität können ihr zufolge „im besonderen Bedarfsfall“ auch die Räume des Jobcenters Hohenwestedt genutzt werden.

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