Wechselvolle Geschichte des Jevenstedter Posaunenchors

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29. Juni 2014, 13:28 Uhr

„Am 1. April 1914 wurde in der hiesigen Gemeinde ein Posaunenchor gebildet. Zehn junge Leute, größtenteils Lehrlinge, hatten sich als Spieler gemeldet.“ Dieser Eintrag in der Chronik der Schule Jevenstedt dokumentiert die Anfänge des Posaunenchors. Gestern wurde in der St. Georg-Kirche in Jevenstedt ein Jubiläumsgottesdienst gefeiert.

„Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs gibt es keine Hinweise mehr auf ein Fortbestehen“, erklärte Folker Pappa, der den Posaunenchor seit 2002 leitet. Erst 1948 habe es eine Wiedergründung unter Verwendung der Instrumente von 1914 gegeben, die sich als noch spielfähig erwiesen. Einheimische und Flüchtlinge, insgesamt etwa 15 Jugendliche, seien zu gleichen Teilen vertreten gewesen. Später löste sich der Posaunenchor wieder auf, wurde 1958 erneut belebt und zerstreute sich vier Jahre danach ein weiteres Mal. Seit 1978, damals mit acht Bläsern, besteht der Chor dauerhaft bis heute. „50 Bläser wurden in diesem Zeitraum an ihren Instrumenten ausgebildet“, fasst Pappa zusammen.

Heute habe der Posaunenchor sechs aktive Bläser und sei damit ein recht kleiner Chor, der gut mit dem Rendsburger Posaunenchor vernetzt sei. Die Begleitung von Gottesdiensten, Besuche in Altenheimen, das Spielen auf Adventsmärkten und der traditionelle Waldgottesdienst zusammen mit dem Posaunenchor Westerrönfeld nannte Folker Pappa (30) als Aktivitäten.

„Der Posaunenchor ist Teil der lebendigen Gemeindearbeit“, betonte Pastor Ulrich Ranck. Die biblische Bedeutung der Bläser sei zwischen Auferstehungsklang und der Apokalypse als dem Ende der Welt zu finden, zwischen Gotteslob und Kriegsinstrument. „Es kommt immer darauf an, wer hineinbläst und warum“, sagte Folker Pappa. „Keinem Instrument in der Bibel kommt so eine umfassende Heils- und Unheilsbedeutung zu wie den Posaunen und Trompeten.“

Die Proben des Posaunenchors finden immer freitags um 18.30 Uhr im Gemeindehaus statt. Bläserische Verstärkung ist willkommen.

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