Meezen online : Webcam für Dorfeiche

Aufzucht des Storchennachwuchses kann bald im Internet miterlebt werden.

Avatar_shz von
08. Februar 2013, 09:39 Uhr

MEEZEN | In der Gemeinde Meezen, wo sich vor knapp drei Monaten die Mehrheit der Bevölkerung bei einem Bürgerentscheid gegen den Bau von Windkraftanlagen aussprach (wir berichteten), treiben die Kommunalpolitiker die Planungen für den "Windpark Meezen" voran.

In der Gemeindevertretersitzung beschlossen Bürgermeister Heinrich Bednarz und seine Mitstreiter nun, sowohl einen Flächennutzungs- als auch einen Bebauungsplan für die 33,9 Hektar große Windenergieeignungsfläche im Tal der Buckener Au aufzustellen. Die Meezer Windfläche, die von den Landesplanern am 18. Dezember im Amtsblatt veröffentlicht wurde, grenzt an ein 113,8 Hektar großes Windkraftareal auf Poyenberger Gebiet.

Außerdem beschlossen die Gemeindevertreter die Satzung für eine Änderungssperre. "Das sind die nötigen Grundschritte, damit wir mitbestimmen können, wie in diesem Bereich gebaut wird", meinte Bednarz, "wir wollen Einfluss nehmen auf die Höhe und Anzahl der Windkraftanlagen." Der Bürgermeister gab eine Absichtserklärung der Windmühlenbauer weiter: "Wir haben die feste Zusage von der Firma Prokon, dass es hier kein Testfeld für Windkraftanlagen geben wird."

Am 28. Januar hatte die "Bürgerinitiative Naturpark Aukrug" zu einem Ortstermin eingeladen, bei dem die Landtagsabgeordnete der Piratenpartei Angelika Beer und auch die Kreistagsabgeordneten Reimer Tank (CDU) und Norbert Schildbach (Bündnis 90/Die Grünen) die Ausweisung der Windkraftflächen im ökologisch wertvollen und von vielen Vogelarten bevölkerten Talraum der Buckener Au kritisiert hatten. Tank und Schildbach warfen Bürgermeister Bednarz nun "populistischen Gedächtnisschwund" vor und verwiesen auf den Kreistagsbeschluss zur Meezer Windeignungsfläche, in dem das Areal nicht abgelehnt, sondern lediglich eine 40-prozentige Reduzierung gefordert werde.

"Glücklich und zufrieden" sei der Gemeinderat, dass er die Bauleitplanung für den Windpark Meezen vorantreiben konnte und dass man mit der konkreten Planung erst nach dem 18. Dezember (dem Termin der Veröffentlichung der Windeignungsflächen im Amtsblatt) begonnen habe, sagte Bednarz: "So sind wir rechtlich nicht angreifbar und können von der Bürgerinitiative nicht verklagt werden."

Die von einem Waldeigentümer beantragte Sperrung der "Lübschen Trade" für den Durchgangsverkehr wird von der Gemeinde nicht unterstützt. In seinem Auftaktbericht hatte Bürgermeister Bednarz unter anderem bekannt gegeben, dass die knapp 150 Jahre alte Dorfeiche in der Ortsmitte demnächst Besuch von einem Baumchirurgen bekommen wird und dass auf dem örtlichen Storchennest eine Webcam installiert werden soll, mittels welcher man dann die Aufzucht des Storchennachwuchses im Internet auf www.meezen.de mitverfolgen kann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen