Heißer Sommer : Wasserwerk meldet höchsten Verbrauch seit zehn Jahren

Ein Glas Reinwasser zeigt Wolfgang Gosch vom Wasserwerk Armensee.
Ein Glas Reinwasser zeigt Wolfgang Gosch vom Wasserwerk Armensee.

Im Mai flossen 360 000 Liter durch die Stadtwerke-Leitungen. Spitzenwert am 7. Juni.

shz.de von
13. Juni 2018, 10:06 Uhr

Rendsburg | Der Wasserverbrauch ist durch die anhaltende Trockenheit in diesen Wochen rekordverdächtig: Nach Angaben der Stadtwerke Rendsburg verspricht der Juni bis dato sogar ein neues Zehn-Jahres-Hoch. Mehr als 14 000 Kubikmeter Wasser verließen allein am 7. Juni die Speicher des Rendsburger Grundversorgers. Einen solchen Tageswert gab es zuletzt im Mai 2008. Am Donnerstag vor sechs Tagen herrschten Temperaturen um die 30 Grad bei strahlender Sonne von früh bis spät. Der erhöhte Verbrauch ist hauptsächlich auf eine vermehrte Gartenbewässerung zurückzuführen. Im gesamten Mai waren es 360 000 Kubikmeter – rund 17 Prozent mehr als der monatliche Durchschnitt im vergangenen Jahr (307 000).

„Die Monate Mai und Juni sind immer die abgabestärksten“, bestätigt Wolfgang Gosch vom Wasserwerk Armensee an der Grenze zu Fockbek. Und er nennt einen simplen Grund, warum der Verbrauch ausgerechnet im Hochsommer wieder sinkt: „Pünktlich zum Ferienbeginn fahren viele weg.“ Trotz weitgehend ausbleibender Niederschläge ist die Wasserversorgung in Rendsburg gesichert, heißt es von den Stadtwerken. Knappheit im Wasserwerk Armensee werde es nie geben, versichert Gosch. „Die höchste je erzielte Tagesabgabe war im Juni 1980.“ Damals wurde ein Wert von 22 472 Kubikmetern Wasser gemessen. Das wurde zwar seitdem nie wieder erreicht. Laut Gosch könnte man das Pensum aber erneut gewährleisten und problemlos überschreiten.

Dass die Menschen heute insgesamt weniger Wasser als früher verbrauchen (siehe Infokasten) freut Anatoli Krüger, Abteilungsleiter für Technische Dienste und Anlagen bei den Stadtwerken: „Die Entwicklung ist positiv für die Umwelt.“ Vor allem die Sparsamkeit von modernen Haushaltsgeräten sei ein entscheidender Grund dafür. Und: „Früher gab es für die Toilette keine große und kleine Taste“, ergänzt Krüger. Auch dass Autowaschanlagen ihr Wasser recyceln, trage zu den Zahlen bei.

„Unser Wasser hat eine sehr gute Qualität“, bekräftigt Wolfgang Gosch. Mithilfe von Brunnen gelangt das Grundwasser an die Oberfläche. Davon gibt es neun im Wasserwerk Jevenstedt-Schwabe und sechs am Armensee. Sie ragen zum Teil bis zu 130 Meter tief in das Erdreich. Im Anschluss durchläuft das Wasser zehn Filteranlagen. Jeder Behälter beinhaltet Sand und Steinchen unterschiedlicher Größen, die schichtweise übereinander gelegt wurden. „Das ist wie ein Kaffeefilter“, erklärt Anatoli Krüger. Nach einer Abfolge weiterer physikalischer Prozesse wird aus dem Grundwasser schließlich das, was wir aus unseren Hähnen kennen: reines Trinkwasser (Reinwasser), das sich optisch und geschmacklich sehr vom ursprünglichen Produkt unterscheidet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen