Stadtwerke mahnen zu Sparsamkeit : Wasserverbrauch erreicht Spitzenwerte

Nach Feierabend drehen viele Bürger den Rasensprenger auf.
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Nach Feierabend drehen viele Bürger den Rasensprenger auf.

Hitze: Reserven decken trotzdem Bedarf

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31. Juli 2018, 10:53 Uhr

Rendsburg | Die Hitzewelle treibt den Wasserkonsum in Rendsburg und Umgebung in die Höhe. „Aktuell liegt der Verbrauch etwa 30 Prozent über dem Durchschnittsverbrauch im Sommer“, berichtete Helge Spehr, Leiter der Stadtwerke Rendsburg, gestern in einer Pressemitteilung. Während der Abendstunden zapfen die Bürger im Vergleich zu den Vorjahren sogar mehr als die doppelte Wassermenge ab: Am 25. Juli 2017 verbrauchten die Kunden der Stadtwerke abends pro Stunde bis zu 600 Kubikmeter Wasser. In diesem Jahr ließen sie am 25. Juli etwa die doppelte Menge aus den Hähnen laufen (siehe Grafik). Insgesamt fließen pro Tag 16 000 Kubikmeter durch die Leitungen in Rendsburg, Büdelsdorf sowie benachbarten 13 Gemeinden. Das entspricht etwa vier Füllungen des großen Beckens im Rendsburger Freibad.

Am schnellsten drehen sich die Wasserzähler zwischen 17 und 19 Uhr. Als Hauptgründe vermutet Wolfgang Gosch, Wassermeister der Stadtwerke, dass viele Menschen nach Feierabend unter die Dusche steigen und anschließend den Rasensprenger anwerfen. „Sobald sich die Sonne ein kleines bisschen senkt, legen die Leute los.“

Die Stadtwerke können den Bedarf decken. Sie betreiben 13 Brunnen, davon sechs auf dem Gelände des Wasserwerks Armensee am westlichen Stadtrand von Rendsburg und sieben im Bereich des Wasserwerks Schwabe bei Jevenstedt. Jeder Brunnen liefert im Durchschnitt pro Stunde 50 bis 100 Kubikmeter Wasser.

Diese Menge kann den Bedarf während der Abendstunden zurzeit aber nicht decken. Deshalb betreiben die Stadtwerke am Armensee und in Schwabe Reinwasserbehälter mit einer Kapazität von insgesamt 8200 Kubikmetern. Sie sind am späten Abend meist nur noch zu jeweils einem Viertel gefüllt. Nachts werden sie mithilfe der Brunnen wieder aufgefüllt.

Das geförderte Wasser wird in einem festgelegten Reinigungsprozess aufbereitet, der je nach Brunnen zwölf bis 24 Stunden dauern kann. Anschließend fließt es in die Reinwasserbehälter.

Manche Kunden wundern sich, wenn sie zurzeit den Hahn aufdrehen: Das Wasser ist getrübt. Grund: Je mehr Wasser verbraucht wird, umso schneller fließt es durch die Leitungen. Dadurch können aus den Wasserrohren Eisen- und Mangan-Ablagerungen gelöst werden. Spehr betont, dass diese Bestandteile unbedenklich sind. Die Stadtwerke würden die Toleranzwerte bei der Verfärbung des Wassers stets einhalten.

Tipps zum Wassersparen
Stadtwerke-Leiter Helge Spehr bittet um einen sorgsamen Umgang mit dem Trinkwasser. Er gibt Tipps zum Sparen: Es reicht, den Rasen alle vier Tage zu sprengen. Das Duschen muss nicht eine Viertelstunde dauern. Fünf Minuten sind genug. Auf das Baden in der Wanne sollte zurzeit verzichtet werden. Sparen können Kunden auch, indem sie das Wasser aus dem Hahn trinken. „Dann muss man nicht Kisten schleppen und schwitzen. Unser Leitungswasser ist gut.“

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