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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 06:02 Uhr

Thementag Mobbing : Was tun bei Mobbing?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Thementag rückte das Problem Mobbing in den Fokus. Experten aus der Region raten, sich zeitnah Hilfe zu suchen.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Kinder, die sich plötzlich nicht mehr zur Schule wollen und sich zurückziehen oder Kollegen, die sich häufig krank melden – dies können Anzeichen für Mobbing sein. Landesweit fand gestern der dritte „Anti-Mobbing-Tag“ statt, der die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren soll. Die Landeszeitung hörte sich bei Experten um, wie die Situation in der Stadt und im Umkreis aussieht.

„Mobbing nimmt ein immer größeres Ausmaß an“, berichtet Ute Dirks, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi Schleswig-Holstein Nordost. In den arbeitsrechtlichen Beratungen der Gewerkschaft werde Mobbing ein- bis zweimal in der Woche angesprochen. Als Ursache sieht sie den Druck und die Angst vorm Verlust des Arbeitsplatzes. Dirks empfiehlt Betroffenen, ein Mobbing-Tagebuch zu führen, in dem Datum, Uhrzeit und Sachverhalt notiert werden. Dies ist nötig, da der Schikanierte die Vorfälle beweisen muss. Manchmal hilft auch schon ein Gespräch mit dem Betriebsrat oder dem Vorgesetzten. Dirks betont, dass sich Betroffene zeitnah Hilfe suchen soll. Viele kommen, wenn es zu spät ist und sie bereits körperlich oder seelisch erkrankt sind.

Mobbing bedeutet, dass eine Person von einer anderen oder auch einer Gruppe durch bestimmte Verhaltensweisen ausgegrenzt, schikaniert und herabgewürdigt wird. Allerdings ist die Grenze zwischen Mobbing und alltäglichen Konflikten schwer zu ziehen. „Manchmal liegt das Problem in Schwierigkeiten bei der Kommunikation“, sagt Dr. Anna Christina Schulz-Du Bois, Chefärztin der Psychiatrie und Psychosomatik in der Imland-Klinik. Sie berichtet, dass ihre Patienten eher über Stress und Überforderung bei der Arbeit klagen, als über Mobbing. Schulz-Du Bois arbeitet seit einem Jahr in Rendsburg. In dieser Zeit hat sie keinen Patienten betreut, der sich gemobbt fühlte. Arbeitnehmer, die Opfer von Schikane am Arbeitsplatz wurden, rät sie Folgendes: Den Personalrat informieren, aber auch hinterfragen, wie man sein eigenes Verhalten ändern kann. Oft werden nämlich dieselben Menschen immer wieder Opfer. Bereits in Grundschulen wissen die Kinder, dass Worte und Verhalten verletzten können. Schulsozialarbeiterin Stephie Johannsen von der Schule Mastbrook hat deshalb während eines Präventionsprojekts zum Thema Gewalt auch die verbale Aggression behandelt. In Rollenspielen übten die Kinder selbstbewusstes Auftreten. „Wir sensibilisieren die Schüler für die Macht der Worte“, so Johannsen.

 


 

 

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