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Rendsburg-Eckernförde : Was Grund und Boden im Kreis kosten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gutachterausschuss legt aktuelle Bodenrichtwerte vor. Geschäftsstelle bitte um Hilfe aller Grundstückskäufer. Höchste Preise in Eckernförde.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Die Bodenpreise im Kreis Rendsburg-Eckernförde liegen weit auseinander – das geht aus den neuen Bodenrichtwerten hervor, die der Gutachterausschuss jetzt beschlossen hat. Demnach werden pro Quadratmeter zwischen 15 und 1000 Euro aufgerufen – je nach Lage des Grundstücks. Ab sofort bittet die Geschäftsstelle Käufer um Hilfe: Um die Richtwerte künftig präziser zu erstellen, sollen sie Erfassungsbögen über des jeweilige Kaufobjekt ausfüllen und dem Ausschuss zur Verfügung stellen.

Die jüngste Veröffentlichung der Bodenrichtwerte bezieht sich auf die Jahre 2013 und 2014. Sie ist auf der Internetseite des Kreises zu finden und umfasst eine Liste der Gemeinden über 14 Seiten und mehrere Stadtpläne. Für die statistische Auswertung werden alle Immobilienkäufe analysiert. Die Daten darüber erhält der Kreis von den Notaren, die nach dem Bundesbaugesetz dazu verpflichtet sind. „Wir haben jährlich 3000 bis 4000 Kauffälle im Kreis Rendsburg-Eckernförde“, erklärt Iris Bennühr, die Vorsitzende des Ausschusses. Sie rechnet damit, dass die Zahl in diesem Jahr höher liegt und führt das auf die geringen Kreditzinsen zurück. „Uns liegen bereits jetzt rund 2500 Fälle des Jahres 2015 vor“, sagt sie.

Es sind vor allem Käufer, die sich an den Bodenrichtwerten orientieren können, erklärt Hans-Joachim Paulsen vom Kreisbauamt. „Sie dienen dazu, dass faire Preise erzielt werden, also zum Schutz der Käufer“, sagt er. Egal was verkauft wird, bebaute oder unbebaute Grundstücke sowie Wohnungen – alles wird ausgewertet und auf das Grundstück umgelegt. Daraus entsteht für die jeweilige Gemeinde ein Durchschnittswert. Der könne je nach Lage, Zuschnitt des Grundstücks oder behördlichen Auflagen natürlich abweichen, so Paulsen. Iris Bennühr ergänzt jedoch: „Wir sind nah an den tatsächlichen Preisen.“

Das der Auswertung zufolge teuerste Pflaster liegt in Eckernförde: 1000 Euro kostet demnach ein Quadratmeter in der Fußgängerzone, der Kieler Straße. In anderen Teilen der Innenstadt werden noch 500 Euro erreicht. Nur in Gewerbegebieten liegt der Preis pro Quadratmeter unter 100 Euro, fast überall weit darüber. In Rendsburg hingegen reichen die Werte fast durchgehend um die 100 Euro, nur für die Grundstücke am Schiffbrückenplatz und an der Hohen Straße müssten 500 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. Der höchste Preis außerhalb der Städte ist mit 300 Euro in der Strander Ortslage vermerkt. Die Gutachter haben jedoch in keinem Fall Grundstücke mit Wasserblick berücksichtigt. „Das würde das Ergebnis verfälschen“, sagt Hans-Joachim Paulsen. Der niedrigste Wert mit 15 Euro kommt in den Gewerbegebieten ohne Einzelhandel von Alt Duvenstedt, Hanerau-Hademarschen, Hohenwestedt, Hohn, Nortorf und Owschlag sechsmal vor, während die Ortslagen der Dörfer auf 50 bis 80 Euro kommen. In der Stadt Nortorf werden bis zu 150 Euro verlangt.

Die Erstellung der Bodenrichtwerte gehört zur ersten hoheitlichen Aufgabe des Ausschusses. Die Mitglieder erstellen aber auch Gutachten in Streitfällen für Gerichte oder Behörden. Auch Privatleute können gegen Gebühr ihre Immobilien bewerten lassen. Demnächst erstellt das Gremium auch Richtwerte für landwirtschaftliche Flächen. Derzeit ist es mit der Erfassung der Daten beschäftigt. Zudem bittet die Geschäftsstelle um die Hilfe der Grundstückskäufer. Sie finden auf der Internetseite des Kreises einen Fragebogen. Damit sollen Daten erfasst werden, die nicht von den Notaren ermittelt werden, aber dennoch wichtig sind, den Bodenwert richtig abzubilden.

 

> kreis-rendsburg-eckernfoerde.de

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